Zu gegensätzlichen Ergebnissen kommen Polizei und Fachjournalisten bei der Verkehrsentwicklung in Russland. Während die Ordnungshüter aus einer offiziellen Befragung von 185.000 Bürgern in 73 Provinzen zum Beispiel eine 67-prozentige Zustimmung für ihre Verwaltungsrefom ermittelten, äußerten sich bei der jüngsten Leserumfrage von Moskaus führendem Verkehrsmagazin "Sa Ruljom" lediglich 27 Prozent positiv. Dass die Polizei inzwischen mehr als Helfer denn Kontrolleur fungiert, meinten amtlich 60,9 Prozent. Der Wert des Fachblatts liegt bei nur 11 Prozent. Zu 65,4 Prozent sind Autofahrer mittlerweile mit dem Verhältnis zur Polizei zufrieden, konstatiert diese. Höchstens 14 Prozent sind es laut "Sa Ruljom" (Am Lenkrad). Weniger Erpressungen durch Polizisten kreuzten 47,1 Prozent der offiziell Befragten an. Nur zehn Prozent waren es bei den Magazin-Abonnenten. Hinsichtlich der Sicherheit im Straßenverkehr äußerten sich in der amtlichen Umfrage 55,2 Prozent zufrieden. Beim Fachblatt waren es knapp 10 Prozent. Übereinstimmend sind die Untersuchungsergebnisse allerdings bei der Frage nach alkoholisierten Fahrern. Den Wagen betrunken gelenkt haben schon mindestens einmal 30,5 Prozent der Polizei-Interviewten. Für "Sa Ruljom" gestanden dies 32 Prozent. (vr/jpd)
Konträre Verkehrseinschätzungen in Russland
Fachjournalisten äußern sich bei Befragung viel kritischer als Polizei