Saarbrücken/Bochum. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den früheren Saar-Ministerpräsidenten und Ex-Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt (SPD) wegen Vorteilsannahme sind bislang ohne Ergebnis geblieben. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Bochum, Eduard Güroff, sagte am Montag auf dpa-Anfrage, es müsse noch genau geklärt werden, wohin 1999 Zahlungen eines Ingenieurs aus der Nähe von Bochum für Klimmt in Höhe von 20.000 Mark (10.225 Euro) geflossen seien. Ein Ergebnis werde erst in einigen Wochen erwartet. Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittele schon seit längerem wegen Betrugs und Untreue gegen den Ingenieur aus Nordrhein-Westfalen. Dabei sei auch die Zahlung an Klimmt aufgetaucht. Ob, wie und an wen das Geld dann weitergeleitet wurde, werde noch geprüft, sagte Güroff. Er bestätigte, dass bei der Durchsuchung von Klimmts Privatwohnung in Saarbrücken am vergangenen Donnerstag Unterlagen sichergestellt worden seien. Klimmt selbst hatte die Vorwürfe gegen sich bestritten. Güroff sagte, über die bisherigen Verdachtsmomente hinaus hätten sich nach der Durchsuchung keine neuen Ermittlungsansätze gegen den Ex-Minister ergeben. Zu einem Bericht der Saarbrücker Zeitung, wonach die SPD-Saar bestätigt habe, im August 1999 eine Parteispende von 20.000 Mark von einem Bochumer Geschäftsmann „ordnungsgemäß gebucht“ zu haben, wollte er keine Stellung nehmen. Der heute 61 Jahre alte Klimmt war von November 1998 bis September 1999 Ministerpräsident im Saarland sowie danach von September 1999 bis November 2000 Bundesverkehrsminister. Dann trat er im Zuge der so genannten Doerfert-Affäre zurück, in die er als Präsident des Fußball-Clubs 1. FC Saarbrücken verwickelt war. Zuletzt hatte Klimmt einen Beratervertrag bei der Bahn und arbeitete unter anderem auch als Buchautor und Kolumnist. (dpa/wa)
Klimmt unter Verdacht
Ermittlungen gegen Ex-Verkehrsminister Reinhard Klimmt wegen Vorteilsannahme bislang ohne Ergebnis