St. Petersburg. Russland drängt noch vor dem EU-Beitritt Litauens am 1. Mai auf Sonderregelungen für den Gütertransit in seine Ostsee-Exklave Kaliningrad. Bei Verhandlungen in Vilnius bemühte sich eine Moskauer Delegation vor allem um die Anerkennung russischer Fracht-, Zoll- und Veterinärdokumente. Da Litauen Transittransporte auf der Bahn und Straße den üblichen EU-Regeln unterwerfe, würden jede Transitfahrt etwa 250 bis 300 Dollar an Zusatzgebühren kosten, so das russische Branchenorgan MAP. Russische Waren würden damit in Kaliningrad gegenüber EU-Importen an Konkurrenzfähigkeit verlieren. Insgesamt koste der Kaliningrad-Transit die russische Transportindustrie jährlich etwa 165 Millionen Euro, so der russische Vizeminister für Wirtschaftsentwicklung, Maxim Medwedkow. Für den visafreien Personenverkehr per Bahn durch Litauen haben Russland und die EU sich im letzten Jahr auf ein relativ unkompliziertes Meldeverfahren verständigt. (vr/ld)
Kaliningrad-Transit für Russland weiter problematisch
Von Litauen übernommene EU-Regeln gelten künftig auch für russische Transitfahrten