Kaliningrad. Nach einer Jahrzehnte dauernden Unterbrechung ist der Schiffsverkehr zwischen der russischen Exklave Kaliningrad und Polen über das zwischen beiden Staaten geteilte Frische Haff wieder aufgenommen worden. In Kaliningrad – dem ehemaligen Königsberg – wurde Ende Mai ein Lastkahn mit 770 Tonnen russischer Kohle beladen, die für einen Abnehmer in Elblag (Elbing) bestimmt ist. Weitere Fahrten sollen folgen.
Der Hafen der polnischen Stadt war bisher von der Ostsee aus nicht erreichbar, da die einzige Zufahrt in das Frische Haff auf russischem Gebiet liegt und für den internationalen Verkehr nicht freigegeben war. Im September 2009 hatten sich beide Seiten jedoch auf eine Wiederaufnahme der Schifffahrt im Frischen Haff geeinigt.
Im Mai hat mit dem Greenpeace-Segler „Beluga II" erstmals auch ein ausländisches Schiff die Genehmigung zum Befahren russischer Binnenwasserwege erhalten. Die „Beluga II" fuhr im Rahmen einer hydrologischen Expedition von St. Petersburg nach Moskau und zurück. Bürokratische Hindernisse hatten die Fahrt allerdings um eine Woche verzögert. Russlands Binnenwasserwege sind bislang nicht für den internationalen Verkehr freigegeben. Ausnahmegenehmigungen gab es bisher allenfalls für Transitfahrten ins Kaspische Meer. (ld)