Jungheinrich reagiert mit Entlassungen auf die Krise

27.07.2009 17:22 Uhr

Auf die anhaltend negative Markt- und Geschäftsentwicklung will der Staplerbauer Jungheinrich mit weiteren Anpassungsmaßnahmen reagieren

Hamburg. Auf die anhaltend negative Markt- und Geschäftsentwicklung will der Staplerbauer Jungheinrich mit weiteren Anpassungsmaßnahmen reagieren. Zusätzlich zu den zu Jahresbeginn bereits abgebauten 300 Arbeitsplätzen an den deutschen Produktionsstandorten sei ein weiterer Kapazitätsabbau von etwa 500 Arbeitsplätzen notwendig, um die Werke strukturell den Markterfordernissen anzupassen. In Ergänzung zu den vor allem im Auslandsbereich bereits eingeleiteten Anpassungsmaßnahmen von rund 400 Mitarbeitern im Jungheinrich-Vertrieb ist ein weiterer Personalabbau von voraussichtlich 150 Mitarbeitern im In- und Ausland notwendig. Ziel der Maßnahmen sei es, die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern und ab dem Jahr 2010 wieder eine der wirtschaftlichen Lage angemessene Rendite zu erzielen. Nach Unternehmensangaben sei der Markt für Flurförderzeuge weltweit derzeit um rund 50 Prozent eingebrochen. Dies mache eine Reaktion erforderlich. Für das Geschäftsjahr 2009 rechnet das Unternehmen mit einem Rückgang von 40 Prozent auf etwa 520.000 Fahrzeuge (Vorjahr: 872.000 Einheiten). Vor dem 2. Halbjahr 2010 werde aus heutiger Sicht nicht mit einer Belebung des Marktes für Gabelstapler gerechnet. Hoher Verlust im zweistelligen Millionenbereich Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) für das 1. Halbjahr 2009 werde voraussichtlich bei minus 15 Millionen Euro (Vorjahr: plus 63,5 Millionen Euro) liegen. Hierin sind Einmalaufwendungen in Höhe von rund 12 Millionen Euro enthalten, die insbesondere aus außerplanmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten und Beteiligungen resultieren. Zum Jahresende wird für das operative Ergebnis eine deutliche Verschlechterung erwartet; die Ursachen liegen insbesondere in dem zunehmenden Absatzanteil kleinerer Fahrzeuge und dem steigenden Preisdruck der Auftragseingänge in den letzten Monaten. Die zusätzlichen Einmalkosten aus den Strukturanpassungsmaßnahmen werden 2009 zu einem negativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im hohen zweistelligen Millionenbereich führen. Sollte eine Erholung der Branchenkonjunktur früher einsetzen als erwartet, hätte das sowohl für die operative Ergebnisentwicklung als auch für den Umfang der durchzuführenden Strukturmaßnahmen positive Auswirkungen. (sv)

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