Das Klagen des italienischen Fuhrgewerbes über schlechte internationale Wettbewerbsbedingungen stößt häufig auf Skepsis. Zu häufig wurde diese Methode angewendet, um die Regierung zur Zahlung höherer Zuschüsse zu drängen. Doch jetzt kann die Branche auf eine wissenschaftliche Studie mit vielen Zahlen verweisen. In einem internationalen Vergleich listet das Studienzentrum für Transportsysteme (CSST) die acht wichtigsten Transportnationen auf, darunter Deutschland und die Niederlande, und kommt zu dem Schluss: Italien liegt im Vergleich mit den anderen zwischen 4,1 und 29,4 Prozentpunkte zurück. Die Statistiker vergleichen Personalausgaben, Kraftstoffpreise und Autobahngebühren. Außerdem beziehen sie Amortisation, Unterhalt und Reifenpreise, Haftpflicht und durchschnittliche Kilometerleistung mit ein. Danach zahlt eine italienische Firma pro Kilometer für Diesel und Autobahngebühren 56 Pfennig (Deutschland: 41 Pfennig; Niederlande: 40 Pfennig). Die Amortisation schlägt mit 38 Pfennig zu Buch (Deutschand:35 Pfennig; Niederlande: 37 Pfennig), die Versicherung mit 10 Pfennig (Deutschland: 8, Niederlande: 7). Pluspunkte machen Italiens Unternehmen laut CSST nur bei den Personalkosten. Die Fahrer italienische Lkw kosten 81 Pfennig pro Kilometer (Deutschland: 83 Pfennig; Niederlande: 85 Pfennig) Im Süden Italiens aber werden am teuer hauptsächlich Männer aus Dritte-Welt-Ländern beschäftigt, die zwar für geringere Löhne zu haben sind, oft aber nicht einmal über einen Führerschein verfügen. (vr/sir)
Italiens Transportunternehmer stöhnen über Kostendruck
Neue Studie über Kostenstruktur im europäischen Vergleich