Rom/Italien. Die rund 700.000 Arbeiter im Gütertransport sind am Montag, den 12. September, aufgerufen, für 24 Stunden zu streiken. Die drei großen italienischen Gewerkschaften wollen eine Wiederaufnahme der Verhandlungen für den Tarifvertrag erreichen, der seit dem 31. Dezember 2003 ausgelaufen ist. Der Streik gilt dieses Mal jedoch nicht der Arbeitgeberseite. Mit der haben die drei Gewerkschaften über die Lohnerhöhung und auch über die Arbeitszeit der Fahrer ein Einverständnis erzielt und eine dementsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Der Vertrag kann jedoch nicht in Kraft treten, weil die italienische Regierung immer noch nicht eine EU-Richtlinie zur Sicherheit auf den Straßen umgesetzt hat, unter die auch die Arbeitszeit der LKW-Fahrer fällt. Die Richtlinie des Europäischen Parlaments über die Arbeitszeit der Personen, die Fahrtätigkeiten im Bereich des Straßentransports ausüben ist seit 2002 in Kraft. „Der Streik“, so die gewerkschaftliche Presserklärung, „fordert die sofortige Umsetzung der EU-Vorgabe und fördert daher die Sicherheit auf der Straße. Nur so kann das Blutbad auf den italienischen Straßen verhindert werden, das immer häufiger von LKW-Fahrern provoziert wird, die mehr als 16 Stunden am Steuer sitzen“. (rp)
Italien: Streik im Transportgewerbe
Transport-Gewerkschaften wollen Regierung zur Umsetzung der EU-Richtline zur Arbeitszeit zwingen