Neustadt. Das Insolvenzverfahren über die Peter Deilmann Reederei und die Deilmann-Flussschifffahrtsgesellschaften ist eröffnet. Ein Gericht habe die Rechtsanwälte Edgar Grönda und Detlef Stürmann zu Insolvenzverwaltern bestellt, teilte das Unternehmen in Neustadt (Kreis Ostholstein) am Mittwoch mit. Die Besitzgesellschaft des Flaggschiffes „MS Deutschland“ ist nach Angaben der Reederei nicht von der Insolvenz betroffen. Es sei geplant, die Flusskreuzfahrten zum Jahresende einzustellen und den Betrieb auf die Hochseekreuzfahrt auszurichten, heißt es in der Mitteilung. Der Geschäftsbetrieb der Reederei geht nach Angaben der Insolvenzverwalter weiter. Zurzeit werde ein Sanierungskonzept erarbeitet. Noch im September sollen Gespräche mit den rund 250 betroffenen Mitarbeitern über mögliche Personalmaßnahmen geführt werden. Auf einer ersten Gläubigerversammlung am 3. November soll bereits ein Insolvenzplan vorgelegt werden. Die Reederinnen Gisa und Hedda Deilmann hatten am 24. Juni einen Insolvenzantrag für den Geschäftsbereich Flusskreuzfahrten gestellt. Sie begründeten das mit einem Umsatzrückgang von mehr als 50 Prozent, weil Buchungen aus den USA und Großbritannien als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise ausgeblieben seien. Seither ist es nach Angaben des Insolvenzverwalters gelungen, die Banken zu bewegen, die Unternehmensfinanzierung bis zum Ende der laufenden Saison aufrechtzuerhalten. Nach der Saison sollen die verbliebenen Flussschiffe verkauft werden. Zwei weitere waren bereits im März verkauft und bis zum Ende der Saison zurückgechartert worden. Die Reederei ist 1972 von Peter Deilmann gegründet worden. Seit dem Tod des Firmengründers im November 2003 führen seine Töchter das Unternehmen. Ihre 2005 angekündigten Pläne zum Bau eines Schwesterschiffes für „MS Deutschland“ - seit 1999 bekannt aus der Fernsehserie „Das Traumschiff“ - haben sie im Juni vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise offiziell zurückgezogen. (dpa)
Insolvenzverfahren über Deilmann eröffnet
Besitzgesellschaft des Flaggschiffes „MS Deutschland“ nicht von der Insolvenz betroffen