Ifo schraubt Wachstumsprognose für 2018 kräftig hoch

14.12.2017 10:35 Uhr

Die Forscher des Ifo Instituts erwarten 2018 ein Konjunkturwachstum von 2,6 Prozent – der höchste Wert seit 2011.

Berlin/München. Das Ifo Institut hat seine Konjunkturprognose für das kommende Jahr kräftig nach oben geschraubt. Statt bislang 2,0 Prozent erwarten die Forscher nunmehr 2,6 Prozent Wachstum. Das wäre der höchste Wert seit 2011. „Die deutsche Wirtschaft brummt“, sagt Ifo-Präsident Clemens Fuest. „Der Schwung vom Jahre 2017 verlängert sich bis weit ins Jahr 2018 hinein.“

Zahl der Erwerbstätigen steigt weiter

Erst vor kurzem hatte das Institut bereits seine Prognose aus dem Juni für dieses Jahr von 1,8 auf 2,3 Prozent hochgesetzt. „Viele Branchen florieren, vom Bau über die Industrie bis zum Handel, weshalb der ifo-Geschäftsklimaindex von einem Rekord zum nächsten eilt“, so Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Wenn die Zahl der Arbeitstage nicht so niedrig wäre, hätten wir in diesem Jahr sogar ein Wachstum von 2,5 Prozent.“ Für 2019 rechnet das ifo noch immer mit 2,1 Prozent Wachstum.

Die Zahl der Erwerbstätigen erklimmt derweil neue Rekorde, von 44,3 Millionen Menschen in diesem Jahr über 44,8 Millionen im kommenden auf voraussichtlich 45,2 Millionen im Jahr 2019. Parallel dazu sinkt die Zahl der Arbeitslosen von 2,5 Millionen über 2,4 Millionen auf 2,2 Millionen, die Quote von 5,7 Prozent über 5,3 auf 4,9 Prozent. Die Verbraucherpreise werden der Ifo-Prognose zufolge in diesem Jahr um 1,8 Prozent stiegen, im nächsten um 1,9 und 2019 um 2,2 Prozent.

Ausstehende Regierungsbildung sorgt für Unsicherheit

Der Staat erwirtschaftet dabei einen immer größeren Überschuss. Vergangenes Jahr waren es 25,7 Milliarden Euro, in diesem Jahr werden es laut Ifo 42,1 Milliarden sein, im kommenden Jahr 50,6 Milliarden und 2019 sogar 62,1 Milliarden Euro. Wegen der noch ausstehenden Regierungsbildung seien diese Schätzungen mit Unsicherheit behaftet, eventuelle Änderungen bei Ausgaben oder Einnahmen würden den Überschuss entsprechend steigern oder senken, so die Experten.

Auch der viel kritisierte deutsche Leistungsbilanzüberschuss – dem Überschuss aus der Bilanz aller Ausgaben und Einnahmen einer Volkswirtschaft – soll weiter steigen, von 252 Milliarden Euro in diesem Jahr über 265 Milliarden im kommenden auf 278 Milliarden Euro 2019. Sein Anteil an der Wirtschaftsleistung bleibt dabei aber fast gleich, er liegt bei 7,7 Prozent in diesem Jahr und jeweils 7,8 Prozent in den beiden kommenden Jahren.

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