Washington. Der internationale Branchenverband der Luftfahrtindustrie (IATA) geht in seinem aktuellen Finanzausblick von einer noch schlechtere Marktentwicklung aus als noch im Juni angenommen. Die Verluste der gesamten Luftfahrtbranche (Passage und Cargo) wird sich demnach in 2009 auf elf Milliarden US-Dollar belaufen. Im Juni-Ausblick ging die IATA noch von „nur“ neun Milliarden Verluste aus. Die Verschlechterung der Prognose sei auf gestiegene Treibstoffkosten sowie weiter nachgebende Frachtraten zurückzuführen. Beide Effekte überlagern die bereits sichtbaren Verbesserungen auf der Nachfrageseite sowohl bei Passage als auch im Frachtgeschäft. Die Umsätze der Industrie werden im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent (80 Milliarden US-Dollar) schrumpfen. Die Frachtraten liegen im zweiten Quartal um 20 Prozent unter Vorjahresniveau und wegen der bestehenden Überkapazitäten stünden die Raten weiter unter Druck, heißt es in dem IATA-Bericht. Demgegenüber haben die Ölpreise aufgrund der anspringenden Weltwirtschaft stark angezogen. „Auch wenn sich der Sturm der Weltwirtschaft langsam legt, die Airlines haben noch keinen sicheren Hafen gefunden“, kommentierte IATA-Chef Giovanni Bisignani die aktuellen Zahlen. Dennoch es gibt auch Lichtblicke: Im Juli lag die Nachfrage in der Luftfracht nur noch 11,3 Prozent unter Vorjahresniveau während es im Januar noch Minus 23,2 Prozent waren. Die IATA geht davon aus, dass die Aircargo-Nachfrage für 2009 insgesamt 14 Prozent unter Vorjahresniveau liegen wird. (diwi)
IATA korrigiert Verlustprognose
Kaum Hoffnung auf baldige Erholung der Frachtraten