HPA steckt rund 20 Millionen Euro zusätzlich in die Hafeninfrastruktur

25.02.2010 10:43 Uhr
LKW-Leitsystem Rotterdam
Vorbild Rotterdam: Im Hafen sind seit mehreren Jahren zahlreiche Digital-Leittafeln aufgestellt, die dem LKW-Fahrer wichtige Informationen geben
© Foto: Arndt

Bund stellt Gelder bereit: Elbe-Hafen bekommt ein eigenes Verkehrsmanagement-System, das vor allem dem LKW-Verkehr zugute kommt

Hamburg. Die Kette der Investitionsvorhaben der Hamburg Port Authority (HPA) reißt nicht ab. Neben den bereits laufenden Vorhaben, allen voran der Neubau des wichtigen Brücken-Komplexes Niedernfelder und Müggenburger Brücken (Kosten: 40 Millionen Euro), wird die Hafenverwaltung in diesem Jahr noch einmal 20 Millionen Euro in die Straßeninfrastruktur des Hafens investieren, kündigte HPA-Geschäftsführungsmitglied Wolfgang Hurtienne jetzt an. Man wolle die „Atempause“ nutzen, die der Hamburger Hafen durch die Weltwirtschaftskrise bekommen hat und die damit auch zu Umschlagrückgängen geführt habe. Aus dem Gesamtpaket ragen zwei Einzelvorhaben besonders hervor. So soll im Hamburger Hafen ein eigenes Verkehrsmanagement-System installiert werden, das vor allem dem Lkw-Verkehr zugute kommt. Die Idee dazu wurde schon vor mehr als zwei Jahren in der Logistik Initiative Hamburg (LIHH) entwickelt. Sie zog damit Konsequenzen aus den massiven Staus, allen voran auf der für den Hafen-Straßenverkehr wichtigen Köhlbrandbrücke während der Containerboomjahre 2006 bis 2008. Im Dezember 2008 kündigte Hamburgs Hafensenator Axel Gedaschko bei der Vorstellung des Sonderkonjunkturprogramms zur Bewältigung der Weltwirtschaftskrise die Einführung eines solchen Systems bereits an. Finanziert wird dessen Aufbau aus dem Konjunkturförderprogramm des Bundes. Rund 3,6 Millionen Euro fließen dazu nach Hamburg. Wie ein solches System funktionieren kann, zeigt sich übrigens im Rotterdamer Hafen. Dort zeigen große Digital-Leittafeln Problembereiche im Hafen, zum Beispiel Staus und auch deren Länge, an. Auch Hamburg wird solche Tafeln bekommen, insgesamt 15 sind derzeit geplant, die an zentralen Stellen aufgestellt werden. Eine wichtige technische Grundvoraussetzung dafür, dass das System arbeiten kann, ist der Einbau von Induktionsstreifen in die Fahrbahn, sozusagen als Verkehrsfühler. Die HPA will mit der Errichtung des Systems zunächst im westlichen Hafenteil beginnen. Der Grund: Hier sind die großen Containerterminals konzentriert, hier kam es in den Boomjahren immer wieder zu Problemen. Das Verkehrsleit-System soll systematisch weiter ausgebaut werden und auch die Terminals mit einbeziehen. Über allem steht das große Ziel: Stauvermeidung, Aufrechterhaltung eines optimales Verkehrsflusses. Viel Geld muss die HPA in die von ihr zu betreuenden Brücken stecken, mit denen der Hafen insgesamt reichlich gesegnet ist. Die über 30 Jahre alte Köhlbrandbrücke, wichtiges Bindeglied zwischen dem östlichen und westlichen Hafenteil und eines der Wahrzeichen Hamburgs, erfordert weitere, kostspielige Wartungs- und Reparaturarbeiten. 3,5 Millionen Euro fließen zunächst in die Beseitigung von Schadstellen im Bereich der Ostrampe der Brücke. Auf Hochtouren laufen auch die Vorbereitungen zum Bau der neuen Rethe-Klappbrücke, die den über 75 Jahre alten Brücken-Oldie Rethe-Hubbrücke ersetzen muss. Rund 95 Millionen Euro kostet die neue Brücke, die ab 2013 zur Verfügung stehen soll, ja, muss. Denn am 1.Januar 2013 fällt die Freihafen-Grenze im Hamburger Hafen. Das Bauwerk gilt schon jetzt als technisch äußerst anspruchsvoll. Nach ihrer Fertigstellung wird die alte Brückenkonstruktion abgerissen. So massiv die Investitionen auch in die Hafeninfrastruktur im laufenden Jahr ausfallen. Das soll auf keinen Fall passieren: eine zeitgleiche Umsetzung, versicherte Hurtienne. Vielmehr werde alles gut aufeinander abgestimmt, damit der Hafenverkehr so flott wie nur möglich weiterfließen kann. (eha)

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