Der Bundesverband der Deutschen Binnenschiffahrt (BDB) ist empört, dass das Gewerbe keine Mittel aus dem von der Bundesregierung beschlossenen Hochwasserhilfeprogramm erhalten soll. Die Haltung der Regierung sei völlig unverständlich, erklärte BDB-Sprecher Jens Schwanen. "Das Gewerbe ist erheblich von den Katastrophen an Elbe und Donau betroffen. Vor dem Hintergrund, dass für die entstehenden Ausfallzeiten keine Versicherung aufkommt und damit Verluste von über 1000 Euro pro Tag und Schiff anfallen, erwartet die Binnenschiffahrt eine Unterstützung durch die Bundesregierung". Inzwischen ist in der Bundesregierung der Streit über die geplante Vertiefung der Elbe zwischen Dessau und Magdeburg neu aufgeflammt. Der Parteichef von Bündnis 90/Die Grünen, Fritz Kuhn, sagte, während die SPD einen Elbausbau unterstütze, fordere seine Partei ein Moratorium. "Wir gehen davon aus, dass es auch in der SPD nochmals überdacht wird". Als Folge der von der Binnenschiffahrt geforderten Vertiefung und Kanalisierung der Elbe werde die Fließgeschwindigkeit des Wassers erhöht und damit die Sicherheit bei Hochwasser eingeschränkt. Demgegenüber betonte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums, der Einfluss der "Flussbaumaßnahmen" auf das Hochwasser sei "zu vernachlässigen". Die Buhnen und Schotterbefestigungen des Elbufers störten den Abfluss des Wassers überhaupt nicht. (vr/jök)
Hochwasserkatastrophe: Binnenschiffer fordern von Bundesregierung Soforthilfe
BDB rechnet mit Verlusten von 1000 Euro pro Tag und Schiff