München. Zu einem Informationsgespräch in Sachen Berufskraftfahrer-Gesundheit lud das Unternehmen Healthcare One aus Kirchheim an den Flughafen München. Vorgestellt wurde eine so genannte „Health Lounge“, die Mitarbeitern der Flughafen München GmbH für ihre Fitness zur Verfügung steht. Das dort angebotene „Healthcare One“-Gesundheitskonzept soll nun flächendeckend in Unternehmen der Transportbranche und auf Autohöfen im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsvorsorge etabliert werden. Profitieren sollen Kraftfahrer verschiedenster Einsatzgebiete.
Das Trainingskonzept basiert auf Geräten, die biomechanische Schwingungen auslösen. Begleitend zur Tiefenentspannung auf Ruheliegen erfolgt ein individuelles Muskelaufbautraining, das durch einen Fitnesscoach erarbeitet und begleitet wird. Nur etwa zehn, fünfzehn Minuten Zeitaufwand drei Mal pro Woche sollen ausreichen, um binnen einiger Wochen um 25 Prozent an Muskelkraft zu gewinnen. Eine kontinuierliche Kontrolle der Vitalwerte (Blutdruck, Gewicht, Blutzuckerwert etc.) ergänzt das Vibrationstraining.
Hintergrund, so Healthcare-One-Geschäftsführer Wolfgang Pauck, „ist die schlechte Gesundheit von Berufskraftfahrern, die durch überdurchschnittlich viele Arbeitsunfähigkeits-Tage auffallen. LKW-Fahrer etwa unterliegen einer besonderen psychischen und physischen Belastung. Es handelt sich hier um einen Beruf mit hoher Verantwortung und permanent geforderter Konzentration, die Fahrer arbeiten unter Zeitdruck, bei schwierigen Verkehrsverhältnissen, unter striktem Zeitregime, teils in Schichtarbeit. Zudem ist die Tätigkeit besonders bewegungsarm. Das fordert seinen Tribut.“
Im Angebot ist auch ein mobiles Konzept für den LKW
Das Gesundheitsunternehmen stellte sein Konzept nun Speditionen und Autohöfen vor und stieß bereits auf Interesse bei LKW-Herstellern. Denn es gibt auch eine mobile Lösung: LKW-Kabinen jeglicher Marke können mit maßgeschnittenen Regenerations-Liegen nachgerüstet werden, sodass dem Fahrer jederzeit eine Möglichkeit der Tiefenentspannung und Behandlung gegen Rückenschmerzen zur Verfügung steht.
Die Teilnehmer des Treffens am Münchener Flughafen zeigten sich angetan von dem System. Vertreten waren u.a. das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, der Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT), die Veolia Verkehr GmbH (Bayerische Oberlandbahn) und die BG Verkehr. Bis sich die geplanten Health Lounges in Transportunternehmen etablieren , dürfte allerdings noch einige Überzeugungsarbeit zu leisten sein. Wolfgang Pauck: „Da, wo es dringend nötig ist, etwas zu tun, sehen die Betriebe oftmals leider keinen Handlungsbedarf“. (Köstler)