Die Bundesvereinigung Deutscher Handelsverbände (BDH) befürchet eine deutliche Zunahme der Insolvenzen von Fuhrunternehmen. In Folge der Belastungen durch die geplante Lkw-Maut und verschärfte Kreditvergaberegeln könne der Anstieg mehr als 40 Prozent betragen, sagte Gerhard Riemann, Vorsitzender des BDH-Ausschusses Logistik und Verkehr. Bereits im vergangenen Jahr sei die Zahl der Insolvenzen in der Transportbranche um 24 Prozent auf 1600 gestiegen. Riemann kritisierte die von der rotgrünen Koalition verfolgte integrierte Verkehrspolitik als "ideologisch verblendete Verlagerungsdebatte". "Stattdessen brauchen wir ein Bekenntnis für den Lkw als Hauptträger unseres Wohlstandes". Die Politik verkenne, dass Bahn und Schiff nur über begrenzte Kapazitäten verfügten, zusätzliche Transporte aufzunehmen, da die meisten Unternehmen eben keinen Bahnhof oder Hafen hätten, betonte der BDH-Verkehrsexperte. Damit bleibe der Lkw zur Verteilung der Güter unersetzlich. Insbesondere gebe es keine Konkurrenz zwischen Straße und Schiene, da 75 Prozent der Lkw-Fahrten im Nahbereich von bis zu 100 Kilometern abgewickelt würden und damit nicht von der Schiene übernommen werden könnten. Der BDH fordert deshalb einen drei- und mehrstufigen Ausbau der Fernverkehrsstraßen sowie eigene Trassen für Lkw rund um Ballungsgebiete und Umgehungsstraßen für den Güterfernverkehr. (vr/jök)
Handel: Transportgewerbe steht vor neuer Pleitenwelle
Zunahme der Insolvenzen um über 40 Prozent erwartet