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Große Sorgen um die Zukunft der Großwerft Blohm & Voss

Schönheit allein reicht nicht - man braucht eine klare Strategie: Die Werft Blohm & Voss genießt im Reparaturbereich jedenfalls Weltruf
© Foto: Arndt

Laut Medienbericht ist eine baldige Aufspaltung der Werft geplant / Europäischer Investor soll als Käufer für den Zivilschiffbau bereitstehen


Datum:
02.08.2011
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Hamburg. Die zum Düsseldorfer Thyssen-Krupp-Konzern gehörende Hamburger Großwerft Blohm & Voss kommt nicht zur Ruhe. Nur wenige Wochen nachdem der Konzern das Scheitern der Verkaufsverhandlungen mit Abu Dhabi Mar (ADM) einräumen musste, schreckt jetzt ein Bericht im Hamburger Abendblatt über eine mögliche Aufteilung des Konzerns die rund 1900 Mitarbeiter auf. Doch auch Gewerkschaften und die Hamburger Politik sind beunruhigt.

Der Tageszeitung zufolge soll der sogenannte Zivilschiffbau mit seinen insgesamt 1400 Beschäftigten an einen „europäischen Finanzinvestor" verkauft werden. Den seitens des Konzerns weiterhin als lukrativ erachteten militärischen Bereich wolle das Unternehmen hingegen behalten. Hier steht derzeit ein Milliardenauftrag über den Bau von mehreren Fregatten für die Deutsche Marine in den Büchern. Zum Zivilschiffbau-Bereich gehören vor allem das Reparaturgeschäft, für dessen Durchführung mehrere Docks zur Verfügung stehen, sowie Bau von Luxus-Yachten. Gerade für dieses Spezialsegment war ADM als idealer Partner angesehen worden.

Die Aufspaltungsgerüchte sind deshalb so brisant, weil der Düsseldorfer Industriekonzern mit seinem Versprechen bei den Aktionären im Wort steht, sich noch in diesem Jahr von der Zivilschiffbau-Sparte zu trennen. Ein klares Dementi sprach der Konzern gegenüber dem Hamburger Abendblatt aus, dass es Verkaufsverhandlungen mit der französischen Staatswerft DCNS gäbe.

Gewerkschaft: Die Werft war am Markt ja kaum noch präsent

Bei der Gewerkschaft IG Metall Küste löste der Medienbericht großes Unbehagen aus. Gegenüber der Tageszeitung sprach sich IG-Metall-Schiffbauexperte Ingo Bade, zugleich auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender in der Thyssen-Krupp-Werftholding TKMS ist, dafür aus, dass die Hamburger Traditionswerft einen Investor mit einem „industriellen Konzept für den zivilen und möglichst auch für den militärischen Schiffbau" bekomme. Aus Bades Sicht hat der Konzern es durch seine am Ende geplatzten Verhandlungen geschafft, dass die Werft „am Markt praktisch nicht mehr präsent war".

Das 1877 gegründete Unternehmen Blohm & Voss wird in Hamburg und darüber hinaus auch in Norddeutschland als „Anker-Unternehmen" der Schiffbauindustrie und eine tragende Säule des maritimen Clusters gesehen. Gerade bei Reedereien genießt das Werftunternehmen im Reparaturbereich eine ausgezeichnete Reputation. (eha) 

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