Frankfurt/Main. Der Flughafenbetreiber Faport will sich im Falle einer Regierungsübernahme von SPD und Grünen in Hessen notfalls auch gerichtlich gegen Verzögerungen beim Ausbau des Frankfurter Flughafen wehren. Eine Umsetzung der rot-grünen Pläne würde die „Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des zentralen Luftverkehrsdrehkreuzes in Deutschland“ beeinträchtigen, kritisierte Hessens Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) in seiner Funktion als Fraport-Aufsichtsratschef am Freitag in Frankfurt nach einer Mitteilung des Flughafenbetreibers. Zudem seien tausende Arbeitsplätze gefährdet. Auch die Wirtschaftsvereinigung VhU mahnte, der Flughafenausbau dürfe unter keinen Umständen verzögert werden. Der Flughafen sei als „Jobmotor“ für Hessen „unverzichtbar“, betonte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Volker Fasbender, in einer Mitteilung. SPD und Grüne sollten diesen Punkt ihres Koalitionspapieres erneut verhandeln und „diesen Riesenfehler ausmerzen“. SPD und Grüne haben in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt, ein komplettes Nachtflugverbot am größten deutschen Flughafen durchzusetzen. Außerdem sollen die Bauarbeiten bis zur endgültigen Entscheidung des hessischen Verwaltungsgerichtshofes über Klagen gegen die Planfeststellung – quasi die Baugenehmigung – gestoppt werden. Ausbaubefürworter befürchten dadurch mindestens 18 Monate Verzögerung und stützen sich dabei auf ein juristisches Gutachten. Der Frankfurter Flughafen soll bis 2011 eine vierte Piste bekommen. Weimar erklärte, Aufsichtsrat und Vorstand der Fraport seien nicht bereit, zeitliche Verzögerungen hinzunehmen. Das Kontrollgremium unterstütze den Vorstand in seinem Bestreben, „unzulässige Eingriffe in das Genehmigungsverfahren zum Flughafen-Ausbau abzuwehren“. Fraport-Chef Wilhelm Bender betonte, wie wichtig für den an seiner Kapazitätsgrenze arbeitenden Flughafen eine sichere Zukunftsperspektive sei. (dpa)
Fraport: Notfalls auch gerichtlich gegen rot-grüne Flughafen-Pläne
Aufsichtsrat und Vorstand sind gegen einen Aufschub der Bauarbeiten