Paris.- Die französische Hauptrivalin der Deutschen Bahn ist 2009 tief in die roten Zahlen gefahren. Das Staatsunternehmen SNCF verbuchte für das vergangene Jahr einen Ergebnisrückgang um 1,6 Milliarden Euro. Unter dem Strich führte dies zu einem Verlust von 980 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Die schlechten Zahlen begründete SNCF unter anderem mit den Folgen der "beispiellosen Wirtschaftskrise". SNCF steht vor allem im Frachtbereich, immer mehr aber auch im Personenverkehr im direkten Wettbewerb mit der Deutschen Bahn. Beide Unternehmen positionieren sich angesichts der Öffnung der Märkte als weltweit tätige Transportanbieter. In Frankreich wird auch spekuliert, dass SNCF der Deutschen Bahn bei der möglichen Übernahme des britischen Transportunternehmens Arriva noch Konkurrenz machen und ein Gegenangebot vorlegen könnte. Vor allem im Frachtverkehr erlebte SNCF eine Durststrecke. Der Umsatz der Transport- und Logistiktochter SNCF Geodis brach um 8,1 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro ein. Auf das Ergebnis wirkten sich zudem einmalige Wertberichtigungen aus. Die Finanzlage sei angespannt, kommentierte Bahnchef Guillaume Pepy. Der Gesamtumsatz lag bei rund 24,9 Milliarden Euro (minus 1,2 Prozent). Für das laufende Geschäftsjahr erwartet SNCF keine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Ein großen Aufschwung wollte das Unternehmen allerdings ebenfalls nicht in Aussicht stellen. Unter anderem dank der Zukäufe rechne man für 2010 mit einem Umsatz von rund 30 Milliarden Euro, hieß es. Die Deutsche Bahn stellt an diesem Donnerstag ihre Jahresbilanz vor. (dpa)
Französische Bahn fährt in rote Zahlen
Umstatz des Frachtverkehrs von SNCF Geodis ging um 8,1 Prozent zurück / Das Unternehmen rechnet mit keiner weiteren Verschlechterung für 2010