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Frankreichs Bahn schreibt wieder schwarze Zahlen

Im vergangenen Jahr machte die SNCF noch knapp eine Milliarde Euro Verlust
© Foto: ddp/Clemens Bilan

SNCF-Chef Guillaume Pepy kündigt relativ kleinen Überschuss für das erste Halbjahr an / Belebung auch im Güterverkehr


Datum:
30.08.2010
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Paris. Zwei Tage vor einem Spitzentreffen der deutschen und französischen Bahnchefs in Berlin hat die DB-Konkurrentin SNCF fürs erste Halbjahr wieder schwarze Zahlen in Aussicht gestellt. Nach einem SNCF-Verlust von knapp einer Milliarde Euro im Vorjahr - dem ersten seit 2001 - erklärte Frankreichs Bahnchef Guillaume Pepy am Sonntag dem Rundfunksender Europe 1: "Die SNCF wird im ersten Halbjahr 2010 keine Verluste mehr haben, sie ist im grünen Bereich." Es handele sich jedoch nur um einen relativ kleinen Überschuss, sagte Pepy ohne weitere Angaben. Die Anzeichen für eine Belebung der Aktivitäten im Güter- und Individualverkehr seien jedoch sehr ermutigend.

Pepy wird am Dienstag in Berlin mit seinem DB-Kollegen Rüdiger Grube zusammentreffen. Teilnehmen werden auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und sein französischer Kollege Dominique Bussereau. Bei dem Spitzentreffen geht es um die ungleichen Wettbewerbsbedingungen. Die Bundesregierung dringt auf eine Öffnung des französischen Schienennetzes für die Deutsche Bahn. Die beklagt in ihrem jüngsten Wettbewerbsbericht, dass die SNCF nach französischem Recht noch immer ein Monopol für den inländischen Personenverkehr habe. Umgekehrt sei die SNCF längst in Deutschland aktiv, etwa mit ihrer Tochter Keolis.

Auch gebe es in Frankreich bis heute keine arbeitsfähige Regulierungsbehörde, die sich um eine faire Vergabe der Bahntrassen kümmere. In Deutschland vergibt die Bahntochter DB Netz die Trassen, was auf Kritik der SNCF stößt. Im Güterverkehr ist die DB mit ihrer Tochter ECR größter Konkurrent der SNCF mit zehn Prozent Marktanteil in Frankreich. 2006 wurden die Märkte im EU-Schienengüterverkehr geöffnet. Seit Anfang dieses Jahres müssen die Mitgliedsstaaten nach EU-Recht auch grenzüberschreitenden Personenverkehr zulassen. Die Staaten können aber ausländische Bahnbetreiber von ihrem Streckennetz noch weitgehend fernhalten. Die EU-Kommission bereitet derzeit eine Überarbeitung des bestehenden Regelwerks vor. (dpa)

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