Paris. Frankreich will seine Post nach deutschem Vorbild in eine Aktiengesellschaft umwandeln und an die Börse bringen. Das Staatsunternehmen brauche Kapital, um sich auf die Liberalisierung der Briefdienste im Jahre 2011 vorzubereiten, verlautet aus Unternehmenskreisen in Paris. Angesichts heftiger Proteste der Gewerkschaften spricht das Finanzministerium von Überlegungen. Die französische Post ist mit 5,8 Milliarden Euro verschuldet und nennt einen Kapitalbedarf von zwei bis drei Milliarden Euro. 2007 verdiente das Unternehmen bei 20,82 Milliarden Euro Umsatz nach Steuern 943 Millionen Euro. Ein Börsengang im Frühjahr 2009 käme nicht unerwartet. Bereits jetzt haben 40 Prozent der Postler einen privatrechtlichen Arbeitsvertrag und die Regelung der Pensionen wurde 2006 abgetreten. Der Börsenwert des Unternehmens wird auf zehn Milliarden Euro geschätzt. Das Pariser Wirtschaftsblatt „Les Echos“ (Montag) rechnet mit einer Privatisierung von zunächst 20 Prozent des Kapitals, an der die Beschäftigten beteiligt werden sollen. Einer mehrheitlichen Privatisierung steht die Präambel der Verfassung von 1946 entgegen. (dpa)
Frankreich will Post teilprivatisieren
Das marode Staatsunternehmen soll an die Börse, die Regierung in Paris braucht Geld für die EU-weite Postmarktliberalisierung 2011