Paris. Die für Frankreich geplante LKW-Ökosteuer „Ecotaxe“ soll nun doch erst ab 1. Januar nächsten Jahres erhoben werden. Das hat die französische Regierung beschlossen, nachdem sich bei einer Zwischenbestandsaufnahme erwiesen habe, dass das von dem Konglomerat Ecomouv´ installierte Erfassungs- und Kontrollsystem noch nicht voll funktionsfähig sei, wie Transportminister Frédéric Cuvillier gestern mitteilte. Man habe „anhaltende Disfunktionalitäten“ festgestellt, die vor dem Start des Systems unbedingt behoben werden müssten, um dessen einwandfreies Funktionieren sicherzustellen.
Ursprünglich hätte die Ökosteuer schon ab Ende Juli erhoben werden sollen. Der hierfür vorgesehene Termin wurde jedoch auf den 1. Oktober verschoben, weil Ecomouv´ mit der Installierung des Systems in Verzug geraten und der vorgesehene Zeitplan auch auf parlamentarisch-administrativer Ebene in Bedrängnis gekommen war. Erst seit dem 29. Juli konnten Ecomouv´ und dessen Partner mit der Registrierung der 800.000 französischen Fahrzeuge beginnen, die zukünftig unter die neue Steuer fallen. Die führenden Gewerbeverbände drängten deshalb schon seit Wochen gemeinsam mit dem Unternehmerverband Medef auf eine neuerliche Verschiebung des Starttermins, weil sie überzeugt waren, dass auch das Datum 1. Oktober nicht eingehalten werden könne. In der Endphase der Anmeldungsfrist müsse angesichts der absolut ungenügenden Bearbeitungskapazität seitens der Systembetreiber mit einem Kollaps gerechnet werden, befürchtete die Straßengütertransportbranche und drängte auf mehr Zeit für die Ausstattung ihrer Fahrzeuge mit den nötigen Erfassungsboxen und die verwaltungstechnischen Erfordernisse. (jb)