Frankfurt lobt Erfolg der Umweltzone

26.10.2009 16:15 Uhr
Umweltzone
© Foto: Nigel Treblin

Nach gut einem Jahr Umweltzone sieht die Stadt Frankfurt eine Verbesserung ihrer Luftqualität

Frankfurt/Main. Nach gut einem Jahr Umweltzone sieht die Stadt Frankfurt eine Verbesserung ihrer Luftqualität. „Die Umweltzone hat dazu einen Beitrag geleistet“, sagte Wendelin Friedel vom Umweltderzernat. Die Feinstaub-Belastung sei leicht gesunken. Die Zahl der in Frankfurt zugelassenen schadstoffarmen Fahrzeuge habe sich erhöht, dabei habe auch die Abwrackprämie geholfen. Frankfurt war jahrelang die Stadt mit der höchsten Feinstaubbelastung in Hessen. 2007 war der EU-Grenzwert von 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft an 33 Tagen überschritten worden, 2006 an 55 Tagen und 2005 an 48 Tagen. Nach dem Ausnahmejahr 2008 mit 22 Überschreitungen liegt die Frankfurter Messstation Friedberger Landstaße in diesem Jahr bisher bei 30 Tagen. Schlechter als in Frankfurt sieht es in diesem Jahr in Darmstadt aus. Dort ist die erlaubte Grenze von 35 Überschreitungen schon Ende der vergangenen Woche übertroffen worden, heute hat das Umweltbundesamt sogar schon 37 Tage mit zu viel Feinstaub registriert. Oberbürgermeister Walter Hoffmann (SPD) machte dafür die Inversionswetterlage der Tage davor verantwortlich. Wenn die oberen Luftschichten wärmer als die unteren seien, werde ein reinigender Luftaustausch erschwert. Außerdem gebe es Baustellen in der Nähe der Messtation Hügelstraße. Gelöst werden soll das Problem mit einer geänderten Verkehrsführung, da vor allem der Schwerverkehr die Feinstaub-Belastung negativ beeinflusse. Frankfurt ist die einzige hessische Stadt mit einer Umweltzone. Seit Oktober 2008 dürfen im größten Teil des Stadtgebiets nur noch Autos mit Feinstaub-Plaketten fahren. Je nach Schadstoffklasse sind die Plaketten grün, gelb oder rot. Autos mit roter Plakette haben nur noch bis zum Jahresende freie Fahrt, die Frist für gelbe läuft Ende 2011 aus. Wer ohne Plakette unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld von 40 Euro und einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei. Bisher hat die Stadt einige Tausend Bußgeldbescheide verschickt. Alte Dieselfahrzeuge ohne Rußfilter gelten als die größten Verschmutzer. Ihre Zahl hat sich nach Angaben der Stadt deutlich verringert. Inzwischen hätten 46 Prozent der Nutzfahrzeuge eine grüne Plakette, sagte Friedel. Vor Einrichtung der Umweltzone seien es erst 31 Prozent gewesen. 22,8 Prozent der Nutzfahrzeuge hätten eine rote oder gar keine Plakette, vor Einführung der Umweltzone seien es noch 29 Prozent gewesen. (dpa)

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