Hahn/Mainz. Der Flughafen Hahn hat vor der Gewährung eines millionenschweren Darlehens für die Frachtfluggesellschaft Air Cargo Germany (ACG) externe Berater zurate gezogen. Das geht aus einem Schreiben des Flughafen-Geschäftsführers Heinz Rethage an den Steuerzahlerbund Rheinland-Pfalz hervor, das der Nachrichtenagentur dpa vorlag. In dem Schreiben machte der Flughafen erstmals Details zu dem Darlehensvertrag öffentlich. Der Steuerzahlerbund Rheinland-Pfalz, der den Kredit heftig kritisiert, hatte die Informationen eigefordert.
Von der mittlerweile insolventen ACG sei vor der Unterzeichnung des Darlehensvertrages im Oktober 2012 eine Business- und Liquiditätsplanung für die Jahre 2012 bis 2015 vorgelegt worden, heißt es in dem Schreiben. Bei deren Beurteilung seien externe Berater hinzugezogen worden. Die Planung sei als ambitioniert charakterisiert, aber nicht als unrealistisch eingestuft worden.
Der Steuerzahlerbund hatte von der FFHG Informationen angefordert, weil er daran zweifelt, dass vor Gewährung des Darlehens genügend geprüft wurde. Nachdem er zunächst keine Antworten erhalten hatte, reichte er eine Auskunftklage vor dem Amtsgericht Simmern ein. Da in dem Schreiben nun einige, aber nicht alle offenen Fragen beantwortet worden seien, wolle man daran festhalten, sagte Geschäftsführer René Quante, allerdings korrigiert um die nun erhaltenen Angaben.
Die ACG schuldete der größtenteils landeseigenen Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH (FFHG) Ende September 2012 nach FFHG-Angaben insgesamt rund 5,25 Millionen Euro. Während 250.000 Euro bezahlt wurden, wandelte die FFHG, die selbst mit großen finanziellen Problemen zu kämpfen hat, die restlichen fünf Millionen Euro in ein Darlehen um. Im FFHG-Jahresabschluss 2012 wurde das Darlehen zur Hälfte wertberichtigt, der Rest soll 2013 berücksichtigt werden. ACG hatte im Mai dieses Jahres - und damit nur wenige Monate nach Unterzeichnung des Darlehensvertrages - Insolvenz angemeldet. (dpa)