Fahrermangel: DHL Freight stockt Eigenfuhrpark auf

13.09.2013 14:19 Uhr
Jeroen Eijsink
Jeroen Eijsink, neuer CEO von DHL Freight, hat im Landverkehr viel vor
©Foto: VR/Deutsche Post DHL

Wie Jeroen Eijsink, neuer Deutschlandchef von DHL Freight, den Landverkehr noch produktiver machen will.

Bonn. DHL Freight will im Teil- und Komplettladungsgeschäft noch produktiver werden. Dafür baut die Landverkehrssparte von Deutsche Post DHL derzeit deutschlandweit drei überregionale Dispositionszentren auf: für den Westen in Köln, für den Süden in Öhringen bei Heilbronn und für Norden/Osten in Malsfeld bei Bad Hersfeld. Das führt Jeroen Eijsink, CEO von DHL Freight Deutschland, im Gespräch mit der VerkehrsRundschau aus.

Die neuen Dispositionszentren sollen laut Eijsink. „quasi als Servicedienstleister für die Niederlassungen arbeiten. Sprich: diese Center kaufen Regelverkehre ein und disponieren diese. „Wir erzielen so im Einkauf von Transportleistungen Skaleneffekte, die eine einzelne Niederlassung nicht erzielen könnte“, begründet Eijsink die Entscheidung. Ende September soll die letzte Niederlassung integriert werden. „Wir lösen dieses Geschäft aber nicht aus den einzelnen Niederlassungen; die Gewinn- und Verlust- sowie Kundenverantwortung belassen wir dort“, betont Eijsink. Einige Disponenten werden aber aus den Niederlassungen in die Dispositionszentren wechseln. Das ist eine Evolution, aber keine Revolution.“ Für Frachtführer könnte dieser Schritt gleichwohl den Druck auf die Frachtraten erhöhen. Der Deutschland-Chef wörtlich: „Natürlich hoffen wir, dass wir durch diese Skalen-Vorteile unsere Marge im Teil- und Komplettladungsgeschäft steigern. Dafür werden wir an der einen oder anderen Stelle etwas kritischer im Einkauf sein“, sagt er.

Abgesehen davon kündigte Eijsink an, dass DHL Freight angesichts des massiven Fahrermangels im Nahverkehr – neben den bestehenden Frachtführern – gezielt in eigene Fahrzeuge und Fahrer investieren werde. Der CEO wörtlich: „Dazu prüfen wir derzeit in jeder einzelnen Niederlassung die Kapazitäten und treffen dann die Entscheidung, ob aufgestockt wird oder nicht.“ DHL Freight werde in Deutschland allerdings niemals ausschließlich auf Eigenfuhrpark setzen, betont er. „Zur Zeit vergeben wir 99,9 Prozent unserer Transporte fremd, künftig könnten es vielleicht weniger sein“, sagt er.

Das komplette Interview mit Jeroen Eijsink, CEO von DHL Freight Deutschland, erscheint in der VerkehrsRundschau (VR37/2013), die heute am Freitag 13. September erscheint. (eh)

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