Berlin. Angesichts massiver Gesundheitsgefahren durch Lärm haben Verkehrs- und Gesundheitsexperten den Staat aufgefordert, sofort gegen das „Getöse“ auf Straßen, in der Luft und in Diskotheken vorzugehen. Umweltverbände forderten die Unionsmehrheit im Bundesrat am gestrigen Internationalen Tag gegen Lärm auf, im Vermittlungsverfahren mit dem Bund ihre „Blockade“ gegen die Umsetzung der EU-Lärmrichtlinie aufzugeben. Sonst drohe „spätestens 2008 ein ähnliches Desaster wie jetzt beim Feinstaub“, sagte Helmar Pless vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) gestern in Berlin. Pless; „Nicht nur Feinstaub, auch Verkehrslärm tötet.“ Wie beim Feinstaub setze die EU den Mitgliedstaaten zur Umsetzung der Umgebungslärmrichtlinie Fristen. Danach müssen für Ballungsräume mit mehr als 250.000 Einwohnern Lärmkarten bis spätestens Juni 2007 vorgelegt werden, die konkreten Lärmminderungspläne spätestens bis Juli 2008. Pless forderte, LKW-Maut und Kraftfahrzeug-Steuer nicht nur nach Schadstoff-, sondern auch nach Geräusch-Emissionsklassen zu staffeln. Der Geschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Gerhard Timm, sagte: „Städte und Gemeinden, Bund und Länder müssen gemeinsam Maßnahmen ergreifen. Dazu gehören unter anderem Geschwindigkeitsbegrenzungen an extrem belasteten Straßen und schärfere Lärmgrenzwerte für alle Fahrzeugtypen.“ (dpa)
Experten fordern Maßnahmen gegen Lärm auf den Straßen
Einbeziehung von LKW-Maut und KFZ-Steuern im Gespräch