München. Die weltweite Krise an den Finanzmärkten und die schwächelnde Konjunktur dürften nach Experteneinschätzung im dritten Quartal auch bei MAN Spuren hinterlassen haben. Der Münchner Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern legt am Donnerstag seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Vor allem im Lastwagengeschäft rechnen Analysten mit massiven Bestellrückgängen, nachdem auch die skandinavischen Konkurrenten Scania und Volvo zuletzt Rückgänge verkraften mussten. Von der Finanzanalysten rechnen für das dritte Quartal mit einem Auftragseingang von 3,265 Milliarden Euro. Dies wären gut 30 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Neben dem schwächeren Lastwagen-Geschäft dürfte sich auch der vor kurzem vereinbarte Verkauf des Industrie-Dienstleisters MAN Ferrostaal an die Staatsholding International Petroleum Investment Company (IPIC) aus Abu Dhabi bemerkbar machen. Im Lastwagen-Geschäft war bereits nach dem ersten Halbjahr eine Abkühlung erkennbar gewesen, allerdings hatte die starke Nachfrage aus Osteuropa die Rückgänge im Westen weitgehend ausgeglichen. Nun erwarten die Analysten angesichts der auf die Realwirtschaft übergreifenden Finanzkrise auch aus den bislang boomenden Staaten vermehrte Zurückhaltung. Umsatz und Ergebnis sollen den Schätzungen zufolge im dritten Quartal aber nochmals ordentlich ausfallen. Die Erlöse sehen die Experten angesichts des zuletzt immer noch gut gefüllten Auftragsbuchs leicht im Plus bei 3,549 Milliarden Euro. Unterm Strich wird ein Gewinn von 315 Millionen Euro erwartet. Dies wären knapp 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Ziele fürs Gesamtjahr dürften nicht in Gefahr sein. MAN rechnet bislang mit einem Umsatzplus von mehr als 10 Prozent. Das operative Ergebnis soll über dem Rekordwert von 1,73 Milliarden Euro im vergangenen Jahr liegen. (dpa/lby)
Experten erwarten Auftragseinbruch bei MAN
Finanzanalysten rechnen für das dritte Quartal mit einem Auftragseingang von 3,265 Milliarden Euro