Paris. Der hoch verschuldete Kanaltunnelbetreiber Eurotunnel hat im vergangenen Jahr bei rückläufigem Umsatz einen Verlust von 1,89 Milliarden Euro verzeichnet. Der Fehlbetrag sei hauptsächlich durch hohe Abschreibungen verursacht worden, teilte das Unternehmen am Montag in Paris mit. "2003 war ein schwieriges Jahr mit schlechten Marktbedingungen und einem harten Preiskampf", sagte Eurotunnel-Chef Richard Shirrefs. Der Umsatz sank um 9,36 Prozent auf 813 Millionen Euro. Auf vergleichbarer Wechselkursbasis Pfund-Euro habe der Umsatzrückgang nur 5,13 Prozent betragen. Noch im Vorjahr hatte Eurotunnel einen Gewinn von 508 Millionen Euro erzielt. Mit Gebührensenkungen soll das Passagier- und Frachtgeschäft durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal belebt werden. Der französischen und britischen Regierung sei ein entsprechender Vorschlag unterbreitet worden, der ab 2005 wirksam werden könnte, hieß es. Gleichzeitig soll die Rückzahlung der Schulden von insgesamt neun Milliarden Euro neu ausgehandelt werden. Die Regierungen Frankreichs und Großbritanniens drängten die Kreditgeber zu Neuverhandlungen, sagte Shirrefs. Durch die Maßnahmen soll "unsere Rentabilität verbessert und unsere Finanzlage ein für alle Mal gesichert werden". Eurotunnel sieht auch Chancen, mit dem Aufbau eines eigenen Frachtgeschäfts aus den roten Zahlen zu kommen. (vr/ak)
Eurotunnel mit Milliardenverlust
Umsatz des Kanaltunnelbetreibers sank um 9,36 Prozent