Paris. Ehrgeizige Pläne beim Betreiber des Bahntunnels unter dem Ärmelkanal: Eurotunnel hat angekündigt, die Kapazitäten zum Transport von Lkw zwischen den Standorten Coquelles auf französischer und Folkestone auf der britischen Seite um 20 Prozent erhöhen zu wollen. Dafür wurden vor Kurzem drei zusätzliche Shuttle-Züge bestellt, womit die entsprechende Flotte aus insgesamt 18 Zugeinheiten bestehen wird. Im vergangenen Jahr hat Eurotunnel 1,4 Millionen Lkw durch die Röhre befördert und peilt bis 2020 die Zahl von 2 Millionen an.
Die Auslieferung er neuen Züge soll Ende nächsten Jahres erfolgen. Für weitere 30 Millionen will Eurotunnel die Terminals diesseits und jenseits des Kanals modernisieren und für einen besseren Verkehrsfluss sorgen.
Der Lkw-Transport hat 2013 um 4,7 Prozent zugelegt und stark vom aktuellen Wirtschaftsaufschwung in Großbritannien profitiert sowie ebenso von den verschärften Umweltauflagen, denen sich der Straßengütertransport ausgesetzt sieht. Seinen Vorteil als kürzeste und schnellste Verbindung kann der Tunnelbetreiber seither noch mehr ausspielen, und dies noch stärker, wenn die Lkw-Beförderungskapazität entsprechend erhöht wird. Momentan starten zu den Spitzenzeiten stündlich sechs Shuttles, demnächst werden es acht sein.
Die per Schiene durch den Tunnel gefahrenen Lastzüge haben auch noch aus einem anderen Grunde zugenommen und steigen weiter an: Im Gegensatz zum Seehafen Calais mit seinen bislang immer noch unzureichend gelösten Immigranten-Problemen erscheint der Tunnel wie ein Hochsicherheitsangebot.
Zwischenfall am Wochendende
Am Wochenende kam es im Eurotunnel infolge eines in Brand geratenen Güterfahrzeugs zu Verzögerungen von rund vier Stunden bei der Abfertigung von Lkw. Der Brand konnte zwar rasch gelöscht und unter Kontrolle gebracht werden. Wegen starker Rauchentwicklung schloss die Betreibergesellschaft den Tunnel jedoch für die Dauer des Rauchabzugs und zur Schadensermittlung. Im Bereich des Personentransports fielen durch den Brand 10 Eurostar-Züge aus. (jb)