Brüssel. Das Europäische Parlament und der EU-Ministerrat haben am Mittwoch eine EU-Richtlinie über verbesserte Rückspiegel und Kamerasysteme für LKW, Busse und PKW angenommen. Die neuen Bestimmungen, die ab 2005 gelten, sollen den "toten Winkel" der KFZ-Spiegel verkleinern. Diese Sichteinschränkung sei an schweren Unfällen schuld, weil KFZ-Lenker dadurch vor allem an Kreuzungen, Einmündungen und in Kreisverkehren andere Verkehrsteilnehmer im Nahbereich ihres Fahrzeuges nicht wahrnehmen, erklärte die EU-Kommission. Deshalb habe man die Neuerungen, die auf Studien und Forschungen beruhten, mit den EU-Staaten, der Industrie sowie Interessenverbänden erörtert. Damit werden die KFZ-Produzenten in der EU gesetzlich verpflichtet, Fahrzeuge mit zusätzlichen Spiegeln auszurüsten: LKW mit Frontspiegeln, leichte Nutzfahrzeuge mit "asphärischen" Spiegeln und PKW mit Außenspiegeln auf der Beifahrerseite. Die technischen Merkmale von Spiegeln wie der Krümmungsradius der Oberfläche von Hauptaußenspiegeln werden neu bestimmt, um das Sichtfeld zu vergrößern. In bestimmten Fällen können statt der Spiegel andere Techniken wie Kamera-Monitor-Systeme installiert werden. Die Erfüllung der Vorgaben wird Voraussetzung für die KFZ-Typgenehmigung. Die neue Direktive ergänzt die 1988 geänderte Rückspiegel-Richtlinie 71/127. Nach Ansicht des für Unternehmen zuständigen EU-Kommissars Erkki Liikanen können die EU-einheitlichen Rechtsnormen für die KFZ-Hersteller die Unionsländer bei ihrem Bemühen um eine Senkung der Unfälle "wirksam unterstützen". (vr/dw)
EU-Richtlinie gegen "toten Winkel" verabschiedet
Technisch veränderte oder zusätzliche Spiegel sollen ab 2005 Unfälle durch den "toten Winkel" vermeiden helfen