Brüssel/Athen. Im zweiten Anlauf dürfen sich die beiden griechischen Fluggesellschaften Aegean Airlines und Olympic Air zusammenschließen. Die EU-Kommission gab Aegean Airlines am Mittwoch grünes Licht für die Übernahme der traditionsreichen Fluglinie Olympic Air. Die Kartellwächter begründeten ihre Entscheidung damit, dass Olympic Air wegen finanzieller Probleme infolge der Krise in Griechenland sonst vom Markt verschwinden würde. Noch 2011 waren die beiden Fluggesellschaften mit ihren Fusionsplänen an Brüssel gescheitert weil die EU-Kommission ein Quasi-Monopol in Griechenland befürchtete.
Auch diesmal hatte die EU-Behörde zunächst Bedenken. Diese erübrigten sich aber, da der Luftverkehrsmarkt in Griechenland wegen der Wirtschaftskrise schrumpft. Seit 2009 ist die Nachfrage auf Inlandsflügen um ein Viertel eingebrochen. „Es besteht kein Zweifel daran, dass Olympic sich ohnehin nicht mehr am Markt halten kann - mit oder ohne Fusion“, sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Olympic schreibe seit seiner Privatisierung im Jahr 2009 rote Zahlen, andere Kaufinteressenten gebe es nicht.
Aegean Airlines hatte seine Pläne im Oktober 2012 bekanntgegeben und den Kaufpreis auf 72 Millionen Euro beziffert. Das Unternehmen begrüßte den Bescheid aus Brüssel. Nach neuesten Angaben der Aegean haben die beiden Fluglinien 45 Flugzeuge und 2090 Angestellte. Beide Airlines kommen in diesem Jahr auf schätzungsweise 8,4 Millionen Passagiere. Beide Airlines befördern in beschränktem Maße auch Luftfracht als Beiladung. Nach Angaben von Aegean Airlines wird Olympic auch nach dem Kauf unter dem eigenen Logo als Tochtergesellschaft der Aegean fliegen. (dpa/diwi)