Brüssel. Wie die EU-Kommission am Dienstag weiter mitteilte, steht am kommenden Donnerstag ein Treffen des zuständigen Ausschusses in Brüssel an. Eine in Brüssel diskutierte Möglichkeit ist derzeit, die Einfuhren in diesem Jahr zu Lasten der für 2006 vereinbarten Menge zu erhöhen. Hintergrund ist, dass die im so genannten Schanghai-Abkommen festgelegten Importquoten für sechs Arten von Textilien für 2005 bereits erschöpft sind: Pullover, Hosen, Damenblusen, Büstenhaltern, Leingarn und T-Shirts. Bestellte Ware, die schon unterwegs ist, kann nicht in mehr in die EU gelangen, wenn der Händler keine Importlizenz für die Ware vorweisen kann. Vor allem die Regierungen Deutschlands, der Niederlande, Schweden und Dänemarks dringen darauf, mehr Einfuhren zuzulassen, da der Textilhandel schon jetzt hohe Verluste beklagt. Seit Anfang des Jahres sind Einfuhrbeschränkungen im internationalen Textilhandel gefallen. Allerdings forderten südliche EU-Staaten wie Italien, Spanien und Frankreich nach einem sprunghaften Anstieg der Einfuhren aus China, die Menge bestimmter Waren wieder zu drosseln. Am 10. Juni schlossen die EU und China in Schanghai ein Abkommen, das die Einfuhrkontingente bis 2007 für zehn Arten von Textilien festschreibt.
EU-Experten suchen in China Auswege aus der Textil-Krise
In der zugespitzten Handelskrise um Textilien aus China sucht die EU fieberhaft nach einem Ausweg. Eine EU-Delegation will an diesem Mittwoch nach China reisen, um mit Vertretern des Handelsministeriums zu verhandeln.