EU-Abgeordnete stärken herkömmlichen Bio-Sprit

21.06.2013 10:16 Uhr
Der Anteil von Biosprit bei der Treibstoffversorgung soll langfristig wachsen

Der Industrie- und Energieausschuss des Europaparlaments will den Anteil bei bio-Sprit der ersten Generation erhöhen – trotz seines mittlerweilen schlechten Rufs.

Brüssel. Biosprit aus Rohstoffen, die auch als Nahrungsmittel dienen können, soll weiter eine wichtige Rolle bei den Bemühungen zur Senkung des CO2-Ausstoßes einnehmen. Das haben die Abgeordneten im Industrie- und Energieausschuss des Europaparlaments beschlossen. Bis zu 6,5 Prozent soll Biosprit der so genannten ersten Generation dazu beitragen dürfen, den Anteil von erneuerbaren Energien im Straßenverkehr bis 2020 auf zehn Prozent zu steigern. Den gleichen Wert legten auch die Mitglieder des Verkehrsausschusses fest, der allerdings kein federführender Ausschuss bei dem Thema ist. Die EU-Kommission hatte den Anteil auf fünf Prozent begrenzen wollen.

Die Einführung des Biosprit der so genannten zweiten Generation, der nicht aus Lebensmittelrohstoffen gewonnen wird, sondern zum Beispiel aus Abfall und Algen, soll laut Energieausschuss schrittweise und mit Mindestzielen geschehen. 2016 soll sein Anteil mindestens 0,5 Prozent am gesamten Kraftstoffverbrauch in der EU betragen, 2,5 Prozent in 2020 und vier Prozent in 2015.

Außerdem sprechen sich die Abgeordneten gegen die neue Berechnungsmethode der CO2-Bilanz von Bio-Treibstoffen aus, die die EU-Kommission einführen will. Bei dieser so genannten Iluc-Methode wird die CO2-Bilanz der Kraftstoffe durch Faktoren der indirekten Landnutzung erweitert, die durch die Verwendung der biologischen Rohstoffe als Treibstoffe entstehen. Für Bio-Treibstoffe der ersten Generation wird dadurch die CO2-Bilanz schlechter. Die Ausschussmitglieder lehnen Iluc als zu ungenau ab. Sie fordern die EU-Kommission auf, bis 2015 die wissenschaftliche Belastbarkeit der Iluc-Daten nachzuweisen. Frühestens ab 2016 sollen EU-Mitgliedsstaaten das Iluc-System als Berechnungsmethode für CO2-Bilanzen verwenden dürfen.

Der Europäischen Umweltverband Transport & Environment sowie die Welthungerhilfe kritisieren das Abstimmungsergebnis. Es sei ein Rückschlag bei den Bemühungen um die Einführung von wirklich CO2-armen Bio-Kraftstoffen. Solche mit Lebensmittelrohstoffen herzustellen sei bei dem wachsenden Hunger in der Welt unverantwortlich.

Über den Beschluss muss das EU-Parlament noch im Plenum abstimmen und danach eine Einigung mit dem EU-Ministerrat finden. Auch der Umweltausschuss des EU-Parlaments wird ein eigenes Abstimmungsergebnis im Plenum einbringen. (kw)

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