Deutschlands schwerer Weg aus der Krise

08.10.2009 15:49 Uhr
Konjunktur, Wirtschaft, Aufschwung. Baustelle
Die Baubranche profitiert von den Konjunkturpaketen
© Foto: ddp/Theo Heimann

Die deutschen Unternehmen erholen sich nur langsam von der Rezession

Hamburg. Die deutsche Wirtschaft erholt sich nur langsam von der schweren Konjunkturkrise. Nach einer heute vorgelegten Analyse des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) wird die Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr um ein Prozent zunehmen, nach einem Rückgang um fünf Prozent in diesem Jahr. In den Jahren danach erwarten die Hamburger Forscher eine Rückkehr zu Wachstumsraten um die zwei Prozent. Damit hätte die deutsche Wirtschaft frühestens 2012 wieder das Niveau von 2008 erreicht. „Die Talsohle ist durchschritten, aber der Weg aus der Krise ist mühsam“, sagte HWWI-Forscher Michael Bräuninger Im nächsten Jahr soll vor allem der Export Impulse bringen. Bei einem Wachstum des Welthandels um vier Prozent legen die deutschen Ausfuhren nach der HWWI-Prognose um 5,8 Prozent zu. Aus dem Inland ist dagegen nicht viel zu erwarten; nach dem Auslaufen der Abwrackprämie wird der private Konsum zurückgehen und die Investitionen ziehen auch kaum an, weil die Unternehmen ihre Kapazitäten nicht auslasten können. Lediglich die staatlichen Konjunkturprogramme bringen leichtes Wachstum auf dem Bausektor. Die Zahl der Arbeitslosen werde im Frühjahr auf mehr als vier Millionen steigen. „Der Arbeitsmarkt ist unsere größte Sorge“, sagte Bräuninger. Auch die staatlichen Schulden werden weiter wachsen. Für einen Ausstieg aus der staatlichen Konjunkturförderung sei es aber noch zu früh. Raum für Steuersenkungen sieht das HWWI nicht, wohl aber für einen Umbau des Steuersystems. Entlastungen bei der Einkommenssteuer könnten durch höhere Verbrauchssteuern ausgeglichen werden. (dpa)

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