Lübeck. Die deutschen Ostseehäfen steuern weiter auf Wachstumskurs. In die grundsätzlich positive Grundstimmung mischen sich aber auch Sorgen: So stellen sich die Häfen darauf ein, dass sich bestimmte Verkehrsmengen aufgrund der deutschen LKW-Maut nach Benelux verlagern könnten. Zudem kommt Kritik an den uneinheitlichen Förderbedingungen für den Ausbau der Häfen in der EU auf. Der Lübecker Hafen bleibt der mit Abstand wichtigste deutsche Ostseehafen. 27,5 Milllionen Tonnen gingen im Berichtsjahr über die Kaikanten der Umschlagbetriebe an der Trave, einschließlich des Hafenteils Lübeck-Travemünde. Das entspricht einem Zuwachs um 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf die Anlagen der Lübecker Hafengesellschaft (LHG) entfielen dabei 24,7 Millionen Tonnen und damit rund 90 Prozent des Gesamtumschlags. Für 2005 rechnet LHG-Geschäftsführungsmitglied Manfred Evers mit einem "leichten Anstieg des Hafenumschlags". Rostock festigte seinen 2. Platz in der Rangliste mit einem Gesamtumschlag von 21,8 Millionen Tonnen – rund 0,2 Mio. Tonnen mehr als 2003. Wachstumsträger bleibt der Fährverkehr mit fast zwölf Millionen Tonnen (plus sieben Prozent). Mit großem finanziellen Engagement betreibt Rostock die Entwicklung seines neuen "Maritimen Gewerbegebietes". Mit einer spürbaren "Delle" muss sich der Hafen Kiel für 2004 abfinden. Mit rund 4,7 Millionen Tonnen liegt der Hafen um 5,9 Prozent unter dem Vorjahr. Rückschläge musste Kiel bei den wichtigen Ost-Verkehren, dem Schweden-Verkehr sowie als Folge der Insolvenz der Cellpap-Gruppe hinnehmen. Als Nischenhafen behauptete sich 2004 Wismar. Mit rund 3,02 Millionen Tonnen lag das Umschalgergebnis um etwa 100 000 Tonnen über dem Vorjahr. Der Erfolg geht vor allem auf Zuwächse im Massengutbereich zurück. (eha)
Deutsche Ostseehäfen: Weitere Mengenzuwächse im Jahr 2004
Häfen fürchten, dass sich bestimmte Verkehrsmengen aufgrund der deutschen LKW-Maut nach Benelux verlagern könnten.