Paris. Wie das Transportgewerbe insgesamt hat auch die im Rhônetal nahe Lyon ansässige internationale Transport- und Logistikspedition Norbert Dentressangle die Krise erst voll im letzten Quartal 2008 zu spüren bekommen. Zwar hat sich der Jahresumsatz dank des Ende 2007 getätigten Zukaufs der britischen Gruppe Christian Salvesen um 72 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro erhöht und hätte ohne Salvesen einen Anstieg von lediglich 4,3 Prozent verzeichnet. Der Nettogewinn 2008 lag jedoch mit 42,4 Millionen Euro um 14 Prozent unter Vorjahresniveau. Dentressangle macht dafür neben der drastisch verschlechterten Wirtschaftslage vor allem die mit dem britischen Zuerwerb verbundenen Finanzkosten verantwortlich. Sie liegen um rund 3,5 mal höher als vor dem Kauf. Hinzu kommt, dass sich Salvesen infolge der dramatischen Entwicklung in England ernsthaften Schwierigkeiten ausgesetzt gesehen hat. Das operative Ergebnis aus der normalen Geschäftstätigkeit ist um 17 Prozent auf 78,9 Millionen Euro gestiegen, 2,5 Prozent vom Umsatz. Anvisiert hatte Dentressangle noch wenige Monate zuvor 91 Millionen. Im Transportgeschäft ergab sich ein Rückgang um 7 Prozent auf 36,2 Millionen, während der Logistikbereich ein Plus von 48 Prozent auf 42,7 Millionen Euro eingefahren hat. Das Finanzergebnis der Gruppe verschlechterte sich von – 9,7 auf – 34,4 Millionen Euro, die Nettoverschuldung erreichte 553 Millionen. „Die Krise zwingt uns heute dazu, eher der Rentabilität Vorrang einzuräumen als dem Wachstum", erklärte Vorstand François Bertreau. Er kündigte ein Sparprogramm im Höhe von 80 Millionen Euro jährlich an, zumal sich ab Oktober eingetretene Krisen-Effekt auch in den ersten beiden Monaten des neuen Jahres fortgesetzt habe. Man werde die Betriebsmittel permanent an das jeweilige Geschäftsverlaufsniveau bei den Kunden anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das breite Angebotsprogramm der Gruppe und ihr europaweites Netz seien dabei klare Trumpfkarten. (jb)
Dentressangle zeigt sich krisenfest
Jahresumsatz steigt dank Zukauf um 72 Prozent / Umschalten von Wachstum auf Rentabilität