DB-Tochter Railion und russische RZD-Bahn machen gemeinsame Sache

11.04.2005 17:05 Uhr

Hartmut Mehdorn, Chef der Deutschen Bahn AG, und Gennadi Fadejew, Chef der Russischen Bahn, haben heute auf der Hannover Messe die Zusammenarbeit ihrer Unternehmen in Vertrieb und Produktion in Form eines Joint Ventures vereinbart.

Hannover. Um den Modal Split (Verteilung der transportierten Güter auf die Verkehrsträger) des Schienengüterverkehrs zwischen Deutschland und Russland auf vier Prozent zu verdoppeln, hatten die deutsche und russische Bahn schon seit 2004 ihre Zusammenarbeit vertieft, heißt es. Das "Vierachsenprojekt" der Bahnen aus Deutschland, Polen, Weißrussland und Russland sei mit dem Ziel gestartet, neue Wachstumsmengen für die Schiene auf dem paneuropäischen Korridor II zu erschließen. "Weite Distanzen und große Gütermengen sind ideal für die Schiene", sagte Bahn-Chef Mehdorn. "Wir müssen gemeinsam die bestehenden Barrieren schnell beseitigen. Dann werden wir auch Marktanteile zwischen Deutschland und Russland gewinnen." In einer gemeinsamen Gesellschaft mit Sitz in Moskau entwickeln die Deutsche-Bahn-Güterverkehrstochter Railion und die russische RZD Produkte, die den Kunden mit Dienstleistungen aus einer Hand versorgen sollen. Zusätzlich sollen Sonderleistungen wie Tracking und Tracing, Verzollung, Lagerung und Störungsmanagement angeboten werden. Im Blickpunkt ist die Entwicklung eines Angebots in den Wirtschaftsraum Moskau. Auch die direkte Anbindung nach China über die Transsibirische Eisenbahn steht auf der Agenda. Ein weiterer Baustein im Joint Venture ist der Vertrieb. Produkte von und nach Russland beziehungsweise Deutschland werden den Kunden verstärkt über die Vertriebsarme der Gründungsunternehmen wie auch der Tochterunternehmen angeboten. Das Joint Venture wird nach Angaben der Deutschen Bahn zugleich in die "Ruskaja Troika", einem Zusammenschluss der russischen Reederei Fesco und des russischen Containerspezialisten Transcontainer, eingebunden.

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