Wörth. Der Daimler-Konzern reagiert mit einer Drosselung der Produktion im LKW-Werk Wörth auf rückläufige Auftragseingänge. Von November an werde samstags nicht mehr produziert, sagte eine Daimler-Sprecherin am Montag und bestätigte damit einen Bericht des „Südwestrundfunks" (SWR). Die Samstagsspätschicht ist bereits seit vergangenem Wochenende gestrichen. Zudem wird der Beginn der Weihnachtspause um zwei Tage auf den 18. Dezember vorgezogen. Zu den Konsequenzen für die Belegschaft betonte die Sprecherin, bei den rund 900 Zeitarbeitskräften würden auslaufende Verträge nicht verlängert. Wie viele Menschen davon betroffen sind, könne sie derzeit nicht sagen. Für die Festangestellten hätten die Maßnahmen keine Auswirkungen. Wörth ist nach Angaben der Sprecherin das größte LKW-Montagewerk der Welt. Ende 2007 arbeiteten dort 11.000 Menschen. Nicht bestätigen wollte die Sprecherin "SWR"-Angaben, wonach sich der Auftragsbestand seit Jahresbeginn von rund 70.000 Nutzfahrzeugen auf heute rund 30.000 Einheiten mehr als halbiert hat. Der Produktionsrekord des Werkes von 105.000 Einheiten im Jahr 2007 werde in diesem Jahr noch übertroffen, sagte sie ohne weitere Angaben. Mit den anstehenden Maßnahmen werde eine „Rückführung auf Normalmaß“ erreicht. „Da sieht man, auf welch hohem Niveau wir unterwegs waren.“ Auch Ludwigsfelde betroffen Die Krise in der Automobilbranche macht auch vor dem Standort Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) nicht Halt. So werde in dem Mercedes-Benz-Werk für Nutzfahrzeuge damit gerechnet, dass die zweiwöchigen jährlichen Weihnachtsferien in diesem Jahr um mehrere Tage verlängert werden, teilte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag mit. Es werde derzeit mit dem Betriebsrat über Lösungen beraten, um auf die weltweit gesunkene Nachfrage zu reagieren. Der Absatz-Rückgang bei Modellen wie Sprinter oder Vario, die in Ludwigsfelde hergestellt werden, sei allerdings schwächer als bei Kleinfahrzeugen und Limousinen. Trotzdem sei eine weltweite Investitionszurückhaltung festzustellen. Mercedes-Benz geht vorerst davon aus, dass nach zahlreichen Zusatzschichten im Werk Ludwigsfelde in den vergangenen Jahren die "sehr gut gefüllten" Arbeitszeitkonten der Mitarbeiter aufgebraucht werden könnten. Das Werk habe in den vergangenen beiden Jahren eine deutliche Überproduktion geschafft. "Die Leute hier haben wirklich geglüht", sagte der Sprecher. Möglicherweise seien einige Mitarbeiter derzeit sogar froh darüber, dass die Produktion erst einmal wieder auf ein Normalmaß zurückgefahren werde. Für 2008 gehe das Stuttgarter Unternehmen davon aus, dass trotz der Krise ein Absatzrekord bei den Nutzfahrzeugen erzielt werde. (dpa)
Daimler streicht Samstagsschichten im LKW-Werk Wörth - Auch Standort Ludwigsfelde betroffen
Zeitarbeitsverhältnisse sollen nicht verlängert werden, für Festangestellte bleibt die Maßnahme jedoch ohne Auswirkungen