Peking. Schlechte Nachricht für die drei europäischen Großreedereien Maersk, MSC und CMA CGM: Das chinesische Wirtschaftsministerium (Mofcom) hat entschieden, die zwischen den drei Marktführern verabredete P3-Allianz nicht zu genehmigen. Wie Maersk in einer Pressemeldung bekannt gab, haben die drei Unternehmen die Vorbereitungen für das langfristig angelegte „Vessel Sharing Agreement“ daraufhin mit sofortiger Wirkung gestoppt. P3 werde nicht in der geplanten Form gestartet, erklärte Maersk-Vorstandsmitglied Vincent Clerc.
Nachdem zuvor die amerikanische Federal maritime Commission und die EU-Wettbewerbsbehörden die Allianz abgesegnet hatten, traf das Nein aus Peking die Europäer offenbar überraschend. „Wir hatten hart dafür gearbeitet, die Bedenken des Ministeriums auszuräumen“, sagte Nils S. Andersen CEO der Maersk-Gruppe.
Unklare Folgen
Welche Auswirkungen das Aus von P3 aus den Markt der Containerschifffahrt hat, ist schwer vorherzusagen. Möglicherweise wird es für die Marktführer schwieriger, ihre Megacarrier auszulasten - was den Stückkostenvorteil bremst. Andererseits bleibt die durch P3 erwartete Reduzierung der auf den Ost-West-Routen eingesetzten Schiffskapazität nun wohl weitgehend aus. Verlierer aus Hafenseite ist neben den großen Containerdrehscheiben auch der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven. Dieser sollte durch P3 mit Großschiffsanläufen auf zwei Loops berücksichtigt werden. Inwieweit die einzeln agierenden Linien den Tiefwasserhafen nun in Anspruch nehmen werden, müssen die nächsten Monate zeigen. (hel)