Peking. Die volkseigene chinesische Reederei Cosco musste Verluste in Höhe von 1,6 Milliarden US-Dollar (rund 1,2 Milliarden Euro) bekannt geben. Das Unternehmen erklärte das Minus mit einem allgemein schlechten Geschäftsklima. Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua reagierte ablehnend auf diese Erklärungsversuche, da die dänische Maersk Gruppe derweil im selben Marktsegment große Profite einfahren konnte. Das Unternehmen gab erst kürzlich Gewinne von 461 Millionen US-Dollar (rund 353 Millionen Euro) im Jahr 2012 bekannt. Nachdem Cosco bereits 2011 Verluste anmelden musste, wird das Unternehmen dieses Jahr erwartungsgemäß ein weiteres Minus von zehn Milliarden chinesischen Yuan (1,22 Milliarden Euro) zu verzeichnen haben.
Der dreifache Verlust in Folge wird laut der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua im A-Share-Markt „König der Verluste“ genannt. Diese Situation führt laut bestehender Börsenordnung zu einem Ausschluss vom Aktienmarkt. Somit wird der Auftritt Coscos in diesem Jahr die Weichen für die Zukunft des Unternehmens stellen. Ein Problem ist die Überkapazität im Markt. Laut eines nicht näher genannten Managers einer Shanghaier Reederei, erwägt die Industrie einen Antrag auf staatliche Subventionen, um alte Schiffe verschrotten zu können.
Bestärkt durch eine strikte Kapazitätskontrolle und kürzliche Erhöhungen der Frachtraten will Maersk ihre Asien-Europa-Tarife weiter erhöhen – diesmal um 600 US-Dollar (rund 460 Euro) pro Standardcontainer (TEU). Es wird erwartet, dass die chinesischen Spediteure dem Beispiel folgen werden. Die Erhöhungen der Frachtraten und der stabile Wechselkurs zwischen Yuan und Dollar wird den Spediteuren helfen, die chinesischen Exporte anzukurbeln. Erwartet wird ein chinesisches Handelswachstum von acht Prozent, im letzten Jahr lag es bei 6,2 Prozent.
Die chinesischen Reedereien sollten ihr Geschäft diversifizieren, schreibt die Nachrichtenagentur weiter. Sie involvieren sich zu stark im Terminal- und Schiffsbau. Maersk hingegen investiert außerdem in den Petroleum-Bereich (Öl- und Gasförderung) und den Einzelhandel (Dansk Supermarked Group), um einen eventuellen Einbruch des Frachttransportbereichs abfangen zu können. (rup)