Wilhelmshaven. Der Arbeitgeberverband für die chemische Industrie in Norddeutschland hat von der künftigen Bundesregierung schnelle politische Entscheidungen für die Stärkung der maritimen Wirtschaft gefordert. Wichtige Infrastruktur-Projekte wie die Küstenautobahn sowie die Zweigleisigkeit und Elektrifizierung der Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven dürften nicht verzögert werden, sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes ChemieNord, Jochen Wilkens, am Dienstag in Wilhelmshaven. "Es muss in der Bundesregierung deutlich werden, dass ohne den Ausbau der Häfen und ohne den Ausbau der Verkehrs-Infrastruktur zu den Häfen auf Bahn oder Straße es den Exportweltmeister Deutschland nicht ewig geben kann", sagte Wilkens. Die Projekte im Norden seien eine "deutsche Aufgabe und keine norddeutsche, das ist leider bisher in Berlin nicht ganz verstanden worden". Es gehe nun um hohe Investitionen. "Es ist am Ende ein Streit um die Finanzmittel", sagte Wilkens. Die Frage sei, ob das Geld nach Süddeutschland fließe oder die maritime Wirtschaft im Norden stärke. Mit Blick auf eine sichere und finanzierbare Versorgung mit Energie forderte die ChemieNord den zügigen Bau eines Flüssiggas-Terminals in Wilhelmshaven. Es könne nicht sein, dass Deutschland in diesem Punkt im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern untätig bleibe, kritisierte Wilkens. "Die Unterbrechung der Gaslieferungen aus Russland in diesem Jahr hat deutlich gezeigt, wie verwundbar wir an dieser Stelle sind." Wilhelmshaven biete für ein solches Projekt optimale Voraussetzungen. Der Verband ChemieNord vertritt mehr als 300 Mitgliedsunternehmen mit rund 70.000 Beschäftigten. (dpa)
ChemieNord: Infrastruktur im Norden stärken
Forderung: Schnelle politische Entscheidungen zur Stärkung der maritimen Wirtschaft / Hauptgeschäftsführer: Infrastrukturprojekte nicht mehr verzögern