Bundesbank sieht Ende der Krise

20.07.2009 16:55 Uhr

Rezession schwächt sich ab: Banker rechnen mit Ende der rasanten Talfahrt

Frankfurt/Main. Die Rezession in Deutschland hat sich nach Einschätzung der Bundesbank deutlich abgeschwächt. Die Bremseffekte durch den Außenhandel hätten spürbar nachgelassen und der massive, weltweite Vertrauensschock verliere allmählich an Wirkung, heißt es in dem heute in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht für Juli. „Nach der rasanten Talfahrt der Industrieproduktion während des Winterhalbjahrs 2008/2009 hat sich die Lage in den Frühjahrsmonaten deutlich aufgehellt“, heißt es zur Lage der Industrie. Insgesamt dürfte die gesamtwirtschaftliche Erzeugung im Frühjahr gegenüber dem Vorquartal nur noch leicht zurückgegangen sein, erklärte die Bundesbank. Das Statistische Bundesamt will eine erste Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Quartal 2009 am 13. August vorlegen. Im ersten Quartal war das BIP im Vergleich zum Schlussquartal 2008 um 3,8 Prozent eingebrochen. Es war der vierte Quartalsrückgang in Folge und mit Abstand der größte seit Beginn der vierteljährlichen Erhebung im Jahre 1970. Damit steckt Deutschland in der tiefsten Rezession der Nachkriegsgeschichte. Nach Einschätzung der Bundesbank hat das Exportgeschäft im zweiten Quartal zwar nochmals einen Dämpfer erhalten. Trotzdem könnte der Außenhandel erstmals seit Zuspitzung der Finanzkrise wieder einen positiven Beitrag zur Konjunktur geleistet haben, da die Importe noch stärker eingeschränkt worden seien. Bauinvestitionen dürften aufgrund von Witterungseffekten und staatlichen Infrastrukturprojekten ins Plus gekommen sein, obwohl die Mittel aus den Konjunkturprogrammen bisher erst zu einem kleineren Teil angekommen seien. Gewerbliche Investitionen seien aber weiterhin rückläufig. Keine Entwarnung gibt die Bundesbank für den Arbeitsmarkt, der der Konjunkturentwicklung in der Regel erst mit zeitlicher Verzögerung folgt. «Das niedrige Produktionsniveau belastet in zunehmendem Maß den Arbeitsmarkt», schrieb die Notenbank. Im Juni waren in Deutschland nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 3,4 Millionen Menschen arbeitslos. Das entspricht einer Quote von 8,1 Prozent, im entsprechenden Vorjahresmonat lag der Wert noch bei 7,5 Prozent. (dpa)

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