Berlin/Frankfurt. Die Bundesregierung und die Bahn haben Hoffnungen auf einen raschen Börsengang der Bahn gedämpft. Es seien noch eine Reihe von Gesprächen erforderlich, der Bund habe bisher keinen Beschluss über die Bedingungen einer Privatisierung gefasst, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm heute in Berlin. Auch Bahn-Vorstand Stefan Garber sprach in Frankfurt von einem langen politischen Prozess: „Es ist noch ein komplexer Entscheidungsweg.“ Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte am Freitag eine gemeinsame Privatisierung des Bahnbetriebs zusammen mit dem Netz in Aussicht gestellt. Von den Verkehrspolitikern im Bundestag wird dies bisher weitgehend skeptisch gesehenen. Am Mittwoch gibt es im Verkehrsausschuss des Bundestags eine Expertenanhörung zu dem Thema. Einer Privatisierung müssen Bundestag und Bundesrat zustimmen. Tiefensees Sprecher Dirk Inger betonte heute, der Minister habe in der Öffentlichkeit nur auf die notwendigen „richtigen“ Fragen zum Börsengang hinweisen wollen. Dazu gehöre, wie man den Wettbewerb auf der Schiene organisiere und wie sich die Bahn besser positioniere. Regierungssprecher Wilhelm sagte, die Äußerungen von Tiefensee bedeuteten keine Vorentscheidung der Bundesregierung. Die Bahn begrüßte die Äußerungen von Tiefensee. „Es hat uns gefreut“, sagte Garber. Er betonte, eine Trennung von Netz und Betrieb werde das Angebot teurer und weniger leistungsfähig machen. Zum Interesse von Investoren bei einer Privatisierung der Bahn sagte Garber, dazu sei es noch zu früh. Allerdings habe die Bahn „eine gute Story“ und erhebliche Sanierungserfolge aufzuweisen. Garber ist im Bahn-Vorstand für Infrastruktur und Dienstleistungen zuständig. (dpa/sb)
Bund und Bahn dämpfen Hoffnung auf raschen Börsengang
Umstände der Privatisierung der Deutschen Bahn noch nicht entschieden: Regierung hat sich noch nicht entschieden