Frankfurt - Der hessische Landesverband des BUND hat sich für eine Ausweitung der Lkw-Maut auf Bundes- und Landstraßen ausgesprochen. Eine Beschränkung der Schwerverkehrabgabe auf die Autobahn führe zu mehr Verkehr auf dem übrigen Straßennetz, sagte BUND-Vorstandssprecher Stephan Henrich am Mittwoch in Frankfurt. Dadurch werde die Umwelt- und Lebensqualität in den Orten beeinträchtigt. Außerdem erhöhe der Lastwagenverkehr das Unfallrisiko. Nach Ansicht von Henrich kann die Abgabe nach EU-Richtlinien aus Sicherheitsgründen auf Bundesstraßen ausgedehnt werden. Diesen Spielraum müsse die Bundesregierung ausnutzen. Der verkehrspolitische Sprecher des BUND, Harald Hoppe, befürchtet vor allem auf gut ausgebauten Nebenstrecken eine höhere Verkehrsdichte. Eine Studie des Umweltbundesamtes rechne zwar damit, dass der Lkw-Verkehr auf den Bundes- und Landstraßen nach Einführung der Maut nur um durchschnittlich 4,5 Prozent steige. Dieser Zuwachs werde sich jedoch auf wenige Strecken konzentrieren und dort zu sehr hohen Belastungen führen. In Hessen werden nach Einschätzung von Hoppe vor allem die B3 zwischen Fritzlar und Friedberg sowie zwischen Darmstadt und Heidelberg, die B27 zwischen Eschwege und Fulda, die B254 zwischen Baunatal und Alsfeld sowie die B8 und B417 vom Rhein-Main-Gebiet nach Limburg betroffen sein. Der BUND forderte die Landesregierung auf, die Straßen zu ermitteln, die von einer Verlagerung betroffen sein könnten und über den Bundesrat eine Ausweitung der Lkw-Maut zu beantragen. (dpa)