BUND fordert Ende der Bauprojekte an der Elbe

26.08.2008 14:04 Uhr
Containerschiff Elbe 290
Die Binnenschifffahrt transportiere in Magdeburg vergangenes Jahr keine eine Millionen Tonnen Güter (Bild: Arndt)
© Foto: Arndt

Güteraufkommen auf der Elbe in Magdeburg stagniert: Umweltschützer kritisieren hohe Investitionen zum Ausbau ungenutzter Wasserstraßen

Magdeburg. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat ein Ende der Bauprojekte zur Verbesserung der Schifffahrt in der Elbe in Sachsen-Anhalt gefordert. Die jüngste Statistik zeige, dass der Güterverkehr auf der Elbe zurückgehe und der Fluss immer weniger als Wasserstraße genutzt werde, sagte heute der BUND-Landesvorsitzende Volker Lüderitz in Magdeburg. Aus diesem Grund sei es auch nicht sinnvoll, pro Jahr 40 Millionen Euro für die Erhaltung und Verwaltung der Wasserstraße Elbe auszugeben und Flussbett und Ufer „sinnlos mit Schottersteinen zuzuschütten“. Die Bautätigkeit schade obendrein den unter Schutz stehenden Elbauen. Laut der jüngsten Statistik der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost lag das Güteraufkommen auf der Elbe in Magdeburg 2007 bei 900.000 Tonnen. Das waren 100.000 Tonnen weniger als im Jahr zuvor. 2005 hatten die Elbeschiffe noch 1,3 Millionen Tonnen Güter transportiert, 2004 waren es 800.000 Tonnen. „Es fahren auf der Elbe nur zwei bis drei Containerschiffe pro Woche mit maximal 50 Containern“, sagte Lüderitz. Die Ladung pro Schiff stagniere mit 319 Tonnen auf niedrigem Niveau. „Die anhaltend hohen Wasserstraßeninvestitionen laufen trotz aller gegenteiligen Beschwörungen der Ausbaulobby offensichtlich ins Leere, da immer öfter das nötige Wasser fehlt“, sagte Lüderitz. Amtliche Prognosen, nach denen bis 2015 eine Steigerung des Transportvolumens um 400 Prozent zu erreichen sei, gingen an der Realität vorbei. „Wenn selbst in einem relativ wasserreichen Jahr wie 2007 nicht einmal eine Million Tonnen Güter transportiert wurden, muss die Frage nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis der Wasserstraße Elbe auf den Prüfstand des Bundesrechnungshofes“, forderte Lüderitz. (dpa)

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