Vor drei Jahren waren Private-Equity-Unternehmen plötzlich jeden halbwegs politisch interessierten Deutschen geläufig. Der damalige SPD-Chef Franz Müntefering hatte die privaten Finanzinvestoren mit gefräßigen „Heuschrecken“ verglichen. Angela Maier räumt in ihrem solide recherchierten Buch mit vielen Vorurteilen auf, benennt aber deutlich die Auswüchse der Branche. Das Buch ist voll mit Informationen sowie Anekdoten über die grenzenlose Gier mancher Manager. Die Wirtschaftsjournalistin beschreibt leicht verständlich die Regeln der Branche. So finden auch interessierte Laien schnell ins Thema. Klar ist: Die Beteiligungsgesellschaften wollen in erster Linie möglichst hohe Gewinne für ihre Geldgeber erwirtschaften, oftmals ohne große Rücksicht auf die langfristige Zukunft der übernommen Unternehmen. Im Kampf um noch mehr Rendite sind nahezu alle Mittel erlaubt. Doch anhand positiver Beispiele zeigt Maier auch, wie durch Fremdkapital mancher Mittelständler vor dem Aus gerettet wurde. Insgesamt eine interessante Lektüre, die viele Hintergründe des Systems Kapitalismus erklärt. (sb) Angela Maier, Der Heuschreckenfaktor. Finanzinvestoren in Deutschland. Carl Hanser Verlag, München 2007, 19,90 Euro, 278 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-446-41140-1
Buch der Woche: Der Heuschreckenfaktor
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