Hamburg/Brunsbüttel. Der Hafen Brunsbüttel ist interessiert daran, Standort für ein Flüssiggas-Terminal zu werden. Das erklärte Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH, am Dienstag vor der Presse in Hamburg. Brunsbüttel sei für ein solches Terminal ein strategisch exzellenter Standort. Der an der Elbmündung gelegene Hafen verfüge über freie hafennahe Flüchen und Erfahrungen im Umschlag von flüssigen Gefahrgütern. Außerdem gebe es durch das in Brunsbüttel gelegene größte Industriegebiet Schleswig-Holsteins einen hohen lokalen Gasbedarf und die Möglichkeit, das Flüssiggas (LNG) ins Gas-Pipeline-Netz einzuspeisen. Deutschland verfügt derzeit über kein Terminal für verflüssigtes Erdgas (LNG). LNG wird unter anderem als Schiffstreibstoff und Energiequelle für die Industrie genutzt. Außerdem kann es die Abhängigkeit von russischem Erdgas mindern, so Schnabel. Neben Brunsbüttel hat auch das niedersächsische Wilhelmshaven Interesse an einer entsprechenden Ansiedlung.
Klage über fehlende Anbindung
Unzufrieden äußerte sich Schnabel mit den Hinterlandanbindungen des sechstgrößten deutschen Seehafens. Die in Brunsbüttel angesiedelten Industrieunternehmen fordern unter anderem einen dreispurigen Ausbau der B5 in Richtung Itzehoe, eine zweispurige, elektrifizierte Schienenanbindung und die Sanierung der beiden alten Schleusenkammern des Nord-Ostseekanals. Schnabel und die Werkleiter der in Brunsbüttel ansässigen Industrieunternehmen wollen diese Themen bei einem Gespräch in der kommenden Woche mit Staatssekretär Enak Ferlemann und dem schleswig-holsteinischen Wirtschaftsminister Reinhard Meyer erörtern. Der Frust über den momentanen Zustand sitzt tief. „Man hat das Industriegebiet vor 40 Jahren entwickelt und die Infrastruktur einfach nicht zu Ende gebaut“, sagt Schnabel. (hel)