British Airways und Iberia unterzeichnen Fusionsvertrag

08.04.2010 10:06 Uhr
Iberia Flugzeuge
Iberia und British Airways beschließen Fusion

Fusion bis Ende 2010 abgeschlossen / Europäisches Parlament und Aktionäre der beiden Fluggesellschaften müssen noch zustimmen / Synergien von 400 Millionen Euro erwartet

London/Madrid. Die Fluggesellschaften British Airways (BA) und Iberia haben ihre Fusion endgültig besiegelt und damit einen weiteren Schritt auf ihrem Weg zu einer der größten Airlines der Welt gemacht. Der Vertrag für den Zusammenschluss sei jetzt unterzeichnet worden, Ende des Jahres 2010 soll die Fusion abgeschlossen sein, teilte BA am Donnerstag in London mit. Erst müssten allerdings noch die Aktionäre und die Europäische Kommission grünes Licht geben. Sowohl BA als auch Iberia wollen unter ihren Markennamen weiterfliegen, sich mit der Fusion aber für die Zukunft absichern. Beide Unternehmen stecken tief in den roten Zahlen. Mit der Fusion rücken sie den europäischen Riesen Air France-KLM und Lufthansa entscheidend näher. Damit reagieren die Europäer ähnlich auf die Krise der Branche wie die Konkurrenz in den USA. Dort deutet sich eine der größten Fusionen der Luftfahrt-Geschichte an. Medienberichten zufolge verhandelt US Airways mit dem Mutterkonzern der US-Fluggesellschaft United Airlines, UAL. Den letzten großen Zusammenschluss in der US- Luftfahrtindustrie wagten Delta Air Lines und Northwest Airlines Ende 2008. Das schützte allerdings beide Gesellschaften zuletzt auch nicht vor Verlusten. Die Zustimmung der Anteilseigner wollen Iberia und BA im November einholen. Die neue Gruppe mit dem Namen International Airlines Group soll ab dem fünften Jahr nach dem Zusammenschluss Synergien in Höhe von 400 Millionen Euro jährlich bringen. Insgesamt sollen 408 Maschinen 200 Ziele anfliegen. 58 Millionen Passagiere sollen pro Jahr befördert werden. "Das fusionierte Unternehmen wird den Kunden ein größeres, kombiniertes Netzwerk bieten", sagte BA-Chef Willie Walsh nach Unternehmensangaben. Der jetzt unterzeichnete Vertrag stehe im Einklang mit der Absichtserklärung, die die beiden Unternehmen im November 2009 abgesegnet hatten. Seitdem habe man viele Details der Fusion geklärt. Außerdem hätten die britischen und spanischen Behörden ihre Zustimmung gegeben und die nationalen Fluglizenzen bestätigt. Iberia-Chef Antonio Vázquez erklärte in Madrid: Die fusionierte Airline "wird für den Wettbewerb mit den Konkurrenten besser gerüstet und auf die weitere Konsolidierung der Branche besser vorbereitet sein." Iberia war 2009 erstmals seit 13 Jahren in die roten Zahlen geflogen. Der Verlust lag bei 273 Millionen Euro. British Airways hatte nach früheren Angaben im vergangenen Jahr einen Verlust von rund 400 Millionen Pfund (knapp 460 Mio Euro) verbucht. (dpa)

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