Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) hält trotz Bedenken aus den Reihen der Grünen an den geplanten Vorhaben zum Ausbau der Elbe fest. Die Jahrhundertflut habe keine Konsequenzen für die dort vorgesehenen Maßnahmen, sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums in Berlin. Bei dem Vorhaben gehe es darum, die Fahrrinne freizuhalten und die Uferböschung zu sichern. "Wir machen an der Elbe weder Betonpolitik, noch sind Kanalisation, Schleusen oder Sperrwerke geplant", sagte der Sprecher. Ziel sei es vielmehr, die Elbe möglichst das ganze Jahr über für Schiffe bis 1,60 Meter Tiefgang befahrbar zu machen und die Ufersicherung auszubessern. Dazu müsse die Fahrrinne freigehalten und an einzelnen Stellen um 10 bis 20 Zentimeter tiefer gemacht werden. Das Projekt sei eigentlich kein Ausbau-Vorhaben, sondern es gehe um Instandhaltungsarbeiten. Diese seien auch notwendig, weil zu Zeiten der DDR dort nichts geschehen sei. Grünen-Chef Fritz Kuhn hatte Bodewig aufgefordert, einen Ausbau der Elbe zu Lasten der Auenwälder zurückzustellen. Der Bundesverkehrsminister rief in Rundfunk- und Fernsehinterviews am Morgen zu einem Umdenken beim Ausbau von Flüssen zu Verkehrswegen auf. "Bauen mit, nicht gegen den Strom" müsse das Motto sein. Außerdem müsse der Trend umgekehrt werden, bei der Bebauung immer näher an die Ufer heran zu kommen. Deichsicherheit und alternative Konzepte seien jetzt gefragt. Ein Gebot der Stunde sei ferner, Freiflächen zu schaffen, in denen sich Flüsse bei Hochwasser ausbreiten könnten. Die Schäden, die die Flutwelle insgesamt verursacht hat, könnten noch nicht exakt beziffert werden, sagte der Ministeriumssprecher. An diesem Dienstag werde eine Runde von Staatssekretären des Bundes und der betroffenen Ländern zu einem Gespräch zusammenkommen, um erste Schätzungen über das ungefähre Ausmaß zu bekommen. Eine genauere Übersicht sei erst zu erwarten, wenn das Wasser wieder abgeflossen sei. (vr/dpa)
Bodewig hält an Elbevertiefung fest
Grünen-Chef Fritz Kuhn hatte Verzicht auf Elbeausbau gefordert