Berlin. Die LKW-Maut wird nach den Erwartungen der Bundesregierung nicht zu größeren Staus auf Bundes- und Landstraßen führen. Nach Untersuchungen von Verkehrswissenschaftlern sei nur von durchschnittlich ein bis zwei Prozent Verkehrsverlagerung von Autobahnen auf Nebenstraßen auszugehen, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums am Mittwoch in Berlin und widersprach damit einem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Focus-Money". Die Zeitschrift berichtete, dass Fachleute zur Umgehung der Mautpflicht einen deutlichen Anstieg des Lkw-Verkehrs auf Bundes- und Landstraßen erwarteten. Das Magazin berief sich auf eine Studie der Universität Karlsruhe, die im Auftrag des Bundesumweltministeriums erstellt wurde. Danach rechneten Experten abseits der Autobahn mit einem Anstieg der Belastung durch den Schwerlastverkehr um bis zu acht Prozent. "Es wird zu empfindlichen Staus auf einigen Nebenstrecken kommen", zitierte das Blatt den Leiter des Instituts für Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsforschung, Werner Rothengatter. Die Einschätzung des Verkehrsministeriums, das nur von marginalen Abwanderungen ausgehe, könne er "nicht unterschreiben", sagte Rothengatter. Besonders betroffen seien Bundesstraßen, die weitgehend parallel zu viel befahrenen Autobahnabschnitten verlaufen. Solche Routen müssten von vornherein mit der Mautpflicht belegt werden. Das Ministerium räumt ein, dass es punktuell zu mehr Ausweichverkehr kommen könne. Deshalb sei die Regelung ins Gesetz aufgenommen worden, dass auch Abschnitte von Bundesstraßen mautpflichtig werden könnten, wenn dies erforderlich sei. Dazu genüge eine Verordnung. (vr/dpa)
BMVBW: Keine größeren Staus auf Bundesstraßen durch Maut
Minsterium rechnet mit ein bis zwei Prozent Ausweichverkehren