Bei Bosch brummt’s

23.09.2004 16:05 Uhr

Dank der EU-Osterweiterung und schärferer Abgasnormen in Schwellenländern sind die Auftragsbücher prall gefüllt.

Mit Zuversicht blickt man bei Bosch in die Zukunft. Vor allem im Ausland sieht das Unternehmen Wachstumschancen. Bereits im laufenden Geschäftsjahr wuchs der Bereich Kraftfahrzeugtechnik im Ausland um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Deutschland verbuchte Bosch ein Wachstum von fünf Prozent. Das berichtete Geschäftsführer Bernd Bohr auf der Pressekonferenz. "Mit der Öffnung der Grenzen steigt der Bedarf an Gütertransporten auf der Straße, und das kommt unserer Branche zugute", so Bohr. Doch nicht nur die neuen EU-Mitgliedsländer liegen im Fokus des Unternehmens. Vor allem von der Einführung schärferer Abgasnormen in Schwellenländern wie Indien und Brasilien profitiert Bosch. Auch in China werden neue Investitionen getätigt. So entsteht in Wuxi bei Shanghai ein neues Fertigungszentrum für das Common-Rail-System. Durch den hohen Globalisierungsgrad des Unternehmens sieht Bosch gute Chancen im Nutzfahrzeuggeschäft. Die Zukunft im Dieselbereich ist für Bernd Bohr die Common-Rail-Technik. Ein neues System für schwere Nutzfahrzeuge mit zweistufiger Druckerzeugung will Bosch im Jahr 2006 einführen. Es soll mit einem Einspritzdruck von bis zu 2.500 bar arbeiten. Dadurch kann der Kraftstoff durch kleinere Düsenlöcher eingespritzt werden. So zerstäubt er feiner, vermischt sich besser mit der Luft und verbrennt sauberer und kraftvoller. Für weniger Abgase sorgt bereits jetzt das Dosiersystem Denoxtronic. Zusammen mit einem SCR-Katalysator senkt es bei Nutzfahrzeugen die Stickoxid-Emissionen um bis zu 85 Prozent und den Partikelausstoß um bis zu 40 Prozent. Nissan setzt die SCR-Technik erstmals auf dem japanischen Markt ein. Ab Ende 2004 werden auch europäische Hersteller das System anbieten. Neues gibt es auch von der Bosch-Tochter Blaupunkt. Das Unternehmen präsentiert auf der IAA ein Telematik-Endgerät für Sattelauflieger. Damit lässt sich vor allem das Fahrzeug-Management optimieren. Die so genannte Trailer-Control-Unit erfasst, speichert und meldet die Ortungs- und Betriebsdaten des Aufliegers. Dazu gehören der Aufenthaltsort genauso wie die Laufleistung, Geschwindigkeit oder der Laderaumzustand. Das System wird ab Herbst 2004 zunächst in der Erstausrüstung bei Schmitz Cargobull eingesetzt.

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