Paris. Zwischen Europa und Afrika könnte es vielleicht schon in 18 Jahren eine direkte Bahnverbindung geben. Spanien und Marokko wollen nach Medienberichten im Oktober in Brüssel ein entsprechendes Projekt vorlegen. Dessen Kernstück ist der Bau eines 42 Kilometer langen Tunnels zwischen Paloma Baja und Cap Malabata, von dem 27,7 Kilometer bis zu einer Maximaltiefe von 400 Meter unter dem Meer verlaufen sollen. Die Kosten werden auf bis zu 18 Milliarden Euro geschätzt, das wären rund drei Milliarden mehr als für den Ärmelkanaltunnel. Auf eine zunächst geplante Brückenverbindung wurde 1996 aus technischen und finanziellen Erwägungen verzichtet. Der jetzt vorgesehene Tunnel sieht wie der zwischen Calais und Dover zwei Fahrröhren und eine Serviceröhre vor. Auch die Nutzung orientiert sich am Eurotunnel: Befahren werden soll der Tunnel sowohl von Passagier- und Güterzügen als auch von PKW- und LKW-Shuttles. Die Shuttle-Kapazität ist für die Startphase auf 500.000 LKW-Transporte pro Jahr ausgelegt. An der Finanzierung sollen sich außer der EU auch die Weltbank und arabische Finanzfonds beteiligen. (jb)
Bahntunnel zwischen Spanien und Marokko geplant
Beide Länder wollen im Oktober ihr Projekt der EU vorlegen